Ein sonniges und sehr entspanntes (aber anstrengendes) Pfingstwochenende liegt hinter mir. Ich hatte Besuch zu Gast, der übers Wochenende blieb und mit dem ich einiges hier unternommen habe. Davon möchte ich hier ein paar Eindrücke festhalten. Heute: Teil 1.
Straßenfestival & Stadtführung
Natürlich muss bei einem Besuchswochenende am Anfang eine Stadtbesichtigung stehen. Und da ich bereits drei Mal Besuch empfangen habe, bin ich inzwischen schon ein kleiner Stadtführungsprofi und weiß genau, wohin ich wie gehen muss, um optimal alles zu zeigen. Ich habe sogar meine eigene Führungsroute hier, die ich nun abmarschiere und auf der man an allem Wichtigen vorbeikommt. Also starteten wir nach kurzer Stärkung bei bedecktem Himmel (aber immerhin kein Regen, der eigentlich angesagt war) zuerst rauf auf den Hügel und zum Kloster, von dort dann auf den Hügeln mit Blick auf die Stadt und den Bodensee und schließlich hinab in die Stadt. Dort war bereits das Straßenfestival im Gange, noch mit wenigen Menschen an den Auftrittsorten der Künstler (immerhin war erst 15 Uhr und wer ist da schon im Feierabend, wenn er nicht ganz frei hat?). Mit ganz viel Glück kamen wir gerade aus der großen Kirche und stießen auf den ersten Auftritt von Evelyn Kryger (siehe Foto links). Dort blieben wir dann hängen, bis die Band ihren Auftritt beendet hatte (gut war er!) und flanierten dann weiter zu den einzelnen Auftrittsorten in den Straßen. Eine coole Idee ein solches Straßenkünstler-Festival zu organisieren und die Organisatoren hatten an diesem Wochenende richtig Glück, dass es trocken blieb und am Samstag sogar Sonne hatte – und damit noch mehr Menschen zuschauen und -hören kamen. U.a. sahen wir am Mittag noch “The Carny Villains” (ebensfalls sehr zu empfehlen!), die richtig geile Show boten und sogar die sonst sehr verhaltenen Schweizer zum Mitwippen brachten (sowieso sind die Schweizer eher seeeehr zurückhaltend, was Emotionen und Bewegung anbelangt, da hatte manch Künstler echt zu kämpfen!).
Langsam bekamen wir aber Hunger und pilgerten zurück zum Wohnheim, um uns Essen zu machen. Nach dem Essen wollten ein paar Mitbewohner sich “antrinken” und dann eventuell feiern gehen oder doch noch zum Festival schauen – wir hatten darauf weniger Lust und kehrten sofort wieder zum Festival zurück – um in lauem Abend mit dickem Pulli unter den Jacken weitere Künstler zu sehen. Zunächst NilyNils mit seiner spektakulären Show auf einem 3m hohen Einrad, “El Diabolero”, der mit der Dämmerung und dem untätigen Publikum zu kämpfen hatte, “Sam Sebastian”, den wir langweilig fanden und schließlich in einer total schönen Szenerie in einer Nebenstraße mit Bühne unter einem großen Baum und tollem Licht (weil inzwischen dunkel) Maxmaber Orkestar. Mit ihren Liedern brachten sie uns zum Mitwippen und mich sogar dazu, dass ich mir Tango-Tanzschritte zeigen ließ und mit meiner Freundin auf der Straße “tanzte”
Und als sie dann zum Walzer luden, schafften wir sogar ein paar Takte Walzer zu tanzen (ich muss zugeben, dass ich kein Tänzer bin und nie eine Tanzschule besucht habe). Machte irgendwie Spaß so zu zweit mit schöner Musik!
Zum Abschluss des Abends sahen wir dann noch Baard Kolstad, ein junger Drummer, der es richtig drauf hatte
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Super Wetter hatten wir, wie man auf den Bildern sieht, dazu sehr gute Laune – was will man mehr? Den Tag also optimal dazu genutzt, mit der Gondel rauf auf 1600 hm zu fahren und von dort dann 8 km den Abstieg zu wagen. Toller Fernblick bis zum Bodensee, querfeldein zwischen den Kühen (die vor mir geflohen sind) durch die Wiesen und nach 2,5h dann wieder am Parkplatz der Gondel angekommen. Die Beine und die Pomuskulatur ist am Tag danach sehr stark spürbar
Bergab Wandern ist auf Dauer halt doch anstrengend. Und wir waren am Abend gut müde
Und trotzdem… einen Abstecher nach Appenzell bei dem guten Wetter haben wir noch gewagt – bei Sonne sieht einfach alles besser aus als im Regen und wenn hier schonmal Sonne scheint, muss man das ja auch gleich ausnutzen
to be continued
| GESEHEN | Straßenfestival, meine Freundin | GEHÖRT | Awolnation – Guilty filthy Soul und viele Straßenkünstler (u.a. Evelyn Kryger, The Carny Villains, …) | GETAN | same procedure as last week (zumindest, was die Klinik anbelangt), Stadtführer gespielt, das dritte Mal die Schaukäserei besucht, Appenzell und Kronberg gesehen…. | GEGESSEN | Pizza in der Pizzeria um die Ecke | GETRUNKEN | Kaffee in Appenzell | GEDACHT | so ein Glück mit dem Wetter! | GEÄRGERT | OP-Piepser am freien Tag, schlechte Führung in der Schaukäserei | GEFREUT | Wiedersehen mit Freundin | GEKAUFT | nicht gekauft, aber gegeben – Geld in die Hüte der Straßenkünstler | GESTAUNT | Straßenkünstler und wie man schöne Musik hautnah erleben kann
to be continued
Von wegen freie Tage! Nix wars, zumindest heute nicht. Aber der Reihe nach.
Am Montag Morgen überraschend vom Wirbelsäulenteam angesprochen worden, ob ich bei ihrer OP mitarbeiten könne. Klar, jederzeit, gerne! Also um 8.15 Uhr im Saal gestanden und die nächsten 6 Stunden bei einer Aufrichte-OP (dorsale Spondylodese von Th2 – L2, DAS ist mal ein großer Schnitt!) dabei – in zwei Teams, eine Seite bestehend aus dem Oberassistent und dem Assiarzt und auf meiner Seite der Leitende und ich. Ratz fatz gings bei uns, am Anfang mit dem Elektromesser ein einziger Rauchschwaden – da waren die Elektromesser mit gleichzeitigem Abzug schon um einiges besser die Woche davor. So standen wir in dem recht unangenehmem Geruch, bis dann die Wirbelsäule vor uns nach über 1h fertig frei präpariert war.Die OP an sich war dann relativ unspektakulär, wenn man erst mal das System kapiert hat, dann ists eigentlich in groben Zügen immer das Gleiche. Nur, wie sie dann den Stab immer so anbiegen, dass am Ende der Buckel in der Wirbelsäule plötzlich verschwindet, wenn man die Schrauben andreht… Hut ab! Das macht Erfahrung aus. Nach der OP dann ein wenig “getrödelt”, um nicht sofort in die Sprechstunde des Hüftteams zu müssen, erst in Ruhe gegessen, dann meine Sprechstundenbriefe korrigiert, Unterlagen für das Prüfungsamt aus dem Wohnheim geholt und dann in die Sprechstunde. Dort einige Patienten gesehen und behandelt, war ganz nett, weil der Oberassistent gut drauf war und mir ein wenig erklärte – und einen Patienten nicht mal mehr ansah, nachdem ich ihn untersucht hatte. Durfte ich ganz alleine abarbeiten.
Feierabend war dann leider erst um 17.30Uhr – in dem Team ist einfach Montag und Dienst ziemlich lang.
Am Dienstag stand unser OP-Tag auf dem Plan und ich wieder bei fünf Eingriffen mit 12h OP-Dauer dabei. Zunächst eine Hüft-Prothese, dann eine Revision mit Schaftwechsel, danach zwischendurch mal eine Knieprothese und am Ende nochmal einen Hüft-Prothesen-Frühinfekt mit Wechsel der Komponenten. Den letzten Eingriff (Hüftprothese bds.) setze der Leitende dann ab, immerhin war inzwischen schon wieder 17.30 Uhr und da wollte er nicht mehr einen Punkt von 180 min auflegen lassen. Ich war glücklich, konnte ich dann doch um 17.45 Uhr noch eine Runde aufs Rennrad und die Sonne wenigstens noch kurz genießen. Das lange Stehen schlauchte wieder, die Beine aber durch die Kompressionsstrümpfe relativ fit und wenig geschwollen und mit der Rennradtour lockerten sie irgendwie gefühlt noch nach. Durchblutung gesteigert oder so. Trotzdem fiel ich dann relativ früh todmüde ins Bett – diese OP-Marathons am Dienstag sind einfach harter Stoff und zeigen mir, warum Chirurgen als Ausgleich viel Sport machen müssen.
Der Mittwoch war dann aber dafür umso entspannter…. eigentlich sinnloses Aufstehen. Um 7 Uhr Rapport, die Fortbildung fällt aus, wir sitzen dafür umso länger in der aufgehenden Sonne in der Kantine. Dann ist erstmal… nichts. Um 8.30Uhr kehren die Kollegin und ich zurück ins Wohnheim, weil nichts für uns zu tun bleibt. Meine Indikationskonferenz fällt aus, weil keiner der Oberärzte im Hause ist. Ich mache einen einzigen Auftritt um 10.30Uhr, sitze danach noch ein wenig am PC und gehe dann essen, um 13.30Uhr sitze ich auf dem Rennrad und fahre durch die Gegend – bei aufziehenden dunklen Wolken in kurzer Runde. Zusätzlich habe ich Rufdienst spontan übernehmen müssen, weil der einteilende Klinikmanager den Dienst zu verteilen vergessen hatte. Also bekam ich ihn aufs Auge gedrückt. Er lief aber ruhig, nichts zu tun für mich mehr. Auch gut. Und der Tag kam mir sehr lange vor… klar, wenn man so früh aufsteht und dann nicht viel zu tun hat.
Und dann freute ich mich auf sechs freie Tage, Pfingstreduktion, wie das hier genannt wird. Entweder arbeitete man an Ostern oder jetzt über Pfingsten – und da ich Ostern Rufdienst hatte, sollte ich nun frei haben. Ich freute mich aufs Ausschlafen! Weiterlesen…



