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22.08.2014 / stega

das Auto ist da!

Mein neues Auto ist da! Die ersten Kilometer sind gefahren!

Gestern habe ich es daheim abgeholt, nachdem mein Vater so nett war und die Ämter (Landratsamt wg Zulassung, Binnenzoll wegen Export und Abholung vom Händler) erledigt hatte. Ich fuhr also 4 h nach Hause – mit ewigem Stau und Umfahrung (natürlich auch mit Stau), dafür die letzten 100km dann mit richtigem Tempo, nochmal zum Abschied vom Sharan aufs Gas gedrückt und ihm die gerade erst für 20Euro gefütterten Dieselliter wieder rausgedrückt. Mit ein wenig Wehmut daheim abgestellt, 30min Mittagessen und dann mit dem neuen Auto wieder auf die Autobahn und zur Grenze.

Es fährt sich Hammer. Der größte Unterschied ist, dass ich jetzt wieder Benziner fahre und keinen 15-Jahre alten Diesel, bei dem man wie bei Traktoren den Motor gespürt hat. Leise und ohne Fahrgeräusche schwebt man dahin. Desweiteren fahre ich nun seit x Jahren wieder einen tiefen Wagen, in dem man nicht wie im Sharan oder diesen Autos von oben auf die Strasse schaut, sondern sportlich dahingleitet und alles aus einer tieferen Höhe sieht.

Mir nichts dir nichts ist man auf der Autobahn bei 140km/h und merkt gar nicht, dass der Motor arbeitet. Im Sharan war da ein Lärm, dass man sich anbrüllen musste… wahnsinn, was die Technik in den letzten 15 Jahren für eine Entwicklung gemacht hat. Das Fahren ist toll, alles natürlich noch neu und ungewohnt, sodass ich beim Berganfahren gleich mal den Motor abgewürgt habe :D Ein Diesel verzeiht da mehr.

An der Grenze ging alles erstaunlich einfach. Erst kurze Verwirrung wo der Zoll ist, dann aber bei der Polizei nachgefragt (ist ein etwas größeres Zollgebiet als die Übergänge, über die ich bisher gefahren bin) und beim dt. Zoll gesagt bekommen, ich solle erst die Anmeldung beim Schweizer Zoll via der Spedition erledigen. Dort also schnell hin, 20min gewartet, dann war das erledigt und ich wieder ein paar Franken ärmer. Dann zum dt. Zoll, dort nen Stempel, einen Stock drüber zum Schweizer Zoll. Dort kurz warten, dann ab zur Kasse, MwSt und KFT-Steuer bezahlen und damit war das schon erledigt. Stempel, Formular und gute Fahrt! Hui, in 40min hatte ich die Einfuhr erledigt. Das hatte ich nicht erwartet. Problemlos!

Hier hatte ich Glück einen guten Parkplatz zu erwischen (ich darf in der Anwohnerparkzone mit dem Kurzzeitkennzeichen und meinem Parkschein auf das alte Kennzeichen nicht parken)… alle Dokumente eingescannt, beim Verkehrsamt eingereicht und der Versicherung meine Stammnummer gemeldet. Damit war alles auf den Weg gebracht und ich konnte meiner Freundin stolz das Auto zeigen fahren.

Heute dann bei der Polizei den Anwohnerparkschein auf das Kurzzeitkennzeichen umschreiben lassen, was problemlos ging (die wollen natürlich meine 50 CHF für den Monat, wo ich das Kurzzeitkennzeichen habe bis ich dann Schweizer Kennzeichen bekomme und wieder umschreiben gehen muss). Danach den Brief nach Bern für die Strafzahlung wegen dem CO2-Ausstoss abgesendet (das wird noch teuer) und damit ist alles fertig. Jetzt muss ich 5 Tage auf die Rechnung aus Bern warten, dann bezahlen und schließlich beim Amt vorfahren. Dann erhalte ich mein Schweizer Kennzeichen und das Auto ist voll funktionstüchtig.

Wenn das alles so weiter läuft wie bisher, wird das problemlos. Aber wir wollen nicht zu früh jubeln.

to be continued

19.08.2014 / stega

Chaosmontage

Ich hatte es ja geahnt. In mir schrie den ganzen Tag schon diese Stimme. Und dann vergaß ich auch noch mein “Ritual” vor dem Spätdienst, das mir zu 90% einen guten Dienst einbrachte. Kein Wunder, dass es erneut ausartete. Wie schon vor zwei Wochen, ebenfalls montags, wieder ein totaler Horror-Dienst auf dem Notfall. Nicht nur wegen des Patientenaufkommens, sondern auch wegen der Patienten und ihrer Probleme und meiner schon 10 Min vor Dienstbeginn plötzlich auf 0 sinkenden Lust auf diesen Dienst, als ich, kaum angekommen, schon den ersten Patienten übernehmen sollte.

Und dann fing der Lauf der Dinge an, der mir bis 23 Uhr keine Pause gönnen wollte. Der Infekt im Finger musste warten, weil eine Repatriierung ankam und ein völlig unkooperativer Patient im Prädelir beschäftigt werden musste (der niemandem von uns bekannt oder angekündigt worden war). Nebenbei liefen die ersten Patienten des Spätdienstes in die Kabinen und mein Erstdienstler in den OP – also blieben wir zu zweit auf dem Notfall zurück. Auch so eine Sache, die absolut beschissen ist im Spätdienst. Wenn die Erstdienstler im OP stehen, bleibt nur der Zweitdienstler und der Gegenpart-Erstdientler (Trauma bzw. Viszeral) übrig, der nebenbei aber noch die Stationen abdecken muss. So macht das keinen Spaß.

Kaum ist der delirante im Bett beruhigt, der Finger gesehen, steht der nächste Finger an. Nebenbei werden von der Unterassistentin schon zwei weitere Fingerverletzungen genäht; mein Finger hat dann eine so tiefe Schnittwunde (was ich aber erst nach Lokalanästhesie und Abdecken feststelle), dass der Handchirurg den durchtrennten Nerv nähen müsste, was der aber auch erst dann sieht und für in ein paar Tagen auf das OP-Programm schreibt. Mit 3 Stichen versorgt er dann die Haut (wenigstens zumachen also). Und keine 30min später sitzt der Patient wieder da, weil der Herr Oberarzt-Handchirurg natürlich einen Teil der Wunde übersehen hat und es deswegen schön nachgeblutet hatte. Also nochmal volles Programm mit Desinfektion und dann zwei Stiche zum Zunähen.

Nebenbei noch zwei Kinder mit Schmerzen in Hand und Fuss; dann vom Kollegen eine Patientin übernehmen müssen, weil dieser in OP musste. Ein Gefässpatient, der mit dem Rettungsdienst kommt, weil er von auswärtigen Orthopäden ein Gefäss verletzt bekommen hat und jetzt sofort in OP muss; aber zuvor blutet er die halbe Koje voll und muss mit Druckverband abgebunden werden. Macht man ja auch alles grad so “nebenbei”. Dazu warten noch Rückenschmerzen in Koje 8, eine junge Bauchpatientin (die vom Kollegen) und natürlich noch Patienten, die wir gar nicht gesehen haben.

Unsere Oberärztin hat das schnelle Abarbeiten nicht so toll drauf wie der Oberarzt vom Wochenende, deswegen staut sich alles; zudem arbeitet sie nicht selbst mit, sondern delegiert nur und ist am Telefon (auch das lief am Wochenende mit dem mitarbeitenden Oberarzt viel lässiger). Und schon staut es sich nochmal mehr. Dann dauert das Ultraschall ewig, die Patienten werden ungeduldig, beginnen zu fragen, wann es weitergeht…. dabei hatte ich noch keine Sekunde Zeit auch nur einen Bissen zu nehmen. Sogar die Pflege war gestern angenervt und gestresst – es war einfach der Wurm drin.

Der delirante Patient soll auf Station, die Neurochirurgen wollen ihn aber nicht, sondern er solle traumatologisch liegen (obwohl Subarachnoidalblutung); dabei will er nach Hause gehen und hat sich bereits die Leitung gezogen. Mit dem Oberarzt der Nacht bewegen wir ihn dazu sich hinzulegen und schießen ihn dann mit Dormicum ab – um ihn im Anschluss auf die Intensivstation zu verlegen. Auch das kostet uns fast 40min Zeit, in der die anderen Patienten warten müssen. Schließlich will eine Schulter eingerenkt werden, was wieder 30min Zeit kostet (man kann das nicht übereilt tun, sonst verkrampft sich der Patient zu sehr) und erst auf den dritten Anlauf will das Gelenk wieder so, wie es gehört.

kurz vor 21.30Uhr schließlich noch ein Kind mit Bügeleisenverbrennungen und ungeduldigen Eltern, dabei müssen wir “nur” Salbe auf die Verbrennungsstellen und das wars. Aber die Pflege ist auch am Anschlag und hat eben keine Zeit sich sofort um alles und jeden zu kümmern, zumal es eine Triage gibt und Patienten nach ihrer Dringlichkeit eingeteilt sind.

Um 22.30Uhr beginne ich dann meine inzwischen 5 Patienten, die ewig warten musste (was mir sehr leid tut, aber ich habe weder getrödelt noch sonstwas) abzuarbeiten. Eine Runde machend bringe ich die Röntgenbilder vorbei, erkläre das Vorgehen, verordne Schienen, Schlingen und Gipse, dann tippe ich am PC alle Briefe und Rezepte; immer wieder unterbrochen von Anfragen, dem klingenden Telefon etc… man kann sich nie auf eine sache konzentrieren und muss immer drei Dinge gleichzeitig erledigen.

Schließlich habe ich um 23.15 Uhr den letzten Patienten entlassen und sinke hungrig und total ko in den Schreibtischstuhl. Noch einen Bericht zur Schulterreposition tippen, dann alle Patienten abrechnen und dann habe ich endlich Zeit in mein Vesperbrot zu beißen.

Ein Horrormontag-Spätdienst geht zu Ende und so toll das Pflegeteam auf dem Notfall ist – nach 4 Wochen habe ich inzwischen keine Lust mehr auf die Dienste da unten. Noch zwei Mal werde ich Spätdienst machen, dann rotiere ich erstmal wieder weg – bis Anfang Oktober, wo ich einen Zyklus im Dienstplan stehen habe. Ich brauche Erholung und Pause auf den Stationen. Und muss wieder Motivation und Lust sammeln mich in die Schlacht an vorderster Front zu werfen.

to be continued

17.08.2014 / stega

Immer wieder sonntags … | 2014 – KW 33

| GESEHEN | erneut viele Patienten auf dem Notfall | GEHÖRT | Indila – Derniere Dance | GETAN | Frühdienst beendet, Spätdienst begonnen, Kurzausflug an den Bodensee | GEGESSEN | Pizza | GETRUNKEN | badischer Wein | GEDACHT | was ist das denn für ein Sommer | GEÄRGERT | Bürokratie für den Zollimport und für alles extra Gebühren | GEFREUT | lustiges Kollegenteam macht das Arbeiten auf dem Notfall unterhaltsam | GEKAUFT | Kofferraumwanne für das neue Auto (*hihi*) | GESTAUNT | wie die Routine immer mehr kommt

to be continued

13.08.2014 / stega

Chirurgie, eine integrative Wissenschaft

Chirurgen sind Teamplayer.  “Team” fast schon im Sinne von “Toll ein anderer macht’s”. Wieso?

Weil sie für alles mindestens eine weitere Disziplin benötigen, bevor sie aktiv werden. Oder den Patienten an eine andere Fachrichtung abturfen können. Hat der Patient Bauchschmerzen, gibt es zunächst eine Laboruntersuchung des Bluts – sprich Labormediziner müssen was zu arbeiten bekommen. Danach bekommen die Radiologen einen Auftrag den Bauch bildgebend zu untersuchen (hier in der Schweiz an den größeren Kliniken machen die Radiologen die Ultraschall-Untersuchungen). Oder man fährt gleich ein CT (dann ist neben dem Radiologen, der den Befund diktiert auch mind. ein Radiologie-technischer Assistent beschäftigt).
Für ein EKG rufen wir die Kardiologen dazu, weil wir mit den ganzen Zacken nichts anfangen können.
Für einen Gips brauchts die Pflege, die den Gips anmodelliert.
Für die Narkosen beschäftigt man die Anästhesie, für postoperative Schmerzen den Schmerzdienst, für die Weiterbetreuung die Rehakliniken/Kurhäuser, für die Mobilisation die Physiotherapeuten, für die Ernährung die Ernährungsberatung oder die Diabetesfachleute, für neurologische Probleme (Schwindel…) den Neurologen, für psychische Probleme den Psychiater/den Psychologen.
Krebserkrankungen werden interdisziplinär behandelt, Radioonkologen für die Strahlentherapie, Onkologen für die Chemo, Pathologen für die Einteilung der Tumore befragt…
Häusliche Gewalt ruft die Polizei auf den Plan, Unfälle die Rettungsdienstler….
Geht es dem Patienten zu schlecht für eine Operation wird er an die Innere Medizin abgeturft.
Hat er eine einliegende Prothese, die nun fraglich infiziert ist, ab damit auf die Orthopädie.
Ein Knochenbruch wird vom Traumatologen (Unfallchirurgen) versorgt, Handverletzungen von den Handchirurgen, Gesichtsverletzungen je nach Größe und Ausmass von den Plastischen Chirurgcn…
Ihr seht, als (Allgemein-/Viszeral-)Chirurg benötigt man viele mit-/zuarbeitenden Fachrichtungen und Kollegen, bis man dann sein Messer angereicht bekommt (von der operationstechnischen Assistentin) und den Patienten aufschneiden kann. Sag noch einer Chirurgen sind Einzelkämpfer! ;)

to be continued

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