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29.07.2014 / stega

könnt ihr mir weiterhelfen?

Ich habe eine kurze Frage an diejenigen an euch, die in der Schweiz leben und das mit der Mehrwertsteuerrückerstattung schon länger an der Grenze mitmachen. Vielleicht könnt ihr mir deswegen kurz helfen, da ich nicht weiß, wie der folgende Fall am besten gemanagt werden könnte:

Ich bestelle per Onlineversand (der nicht in die Schweiz liefert) ca. 10 Artikel an die Adresse meiner Eltern und fahre zu Besuch für 3 Tage dorthin. Ich probiere daheim die 10 Artikel an und stelle fest, dass nur 4 davon passen und der Rest zurückgeschickt werden wird.
Mit den passenden 4 Artikeln will ich nun über die dt./schweizer Grenze und die MwSt zurückerstattet bekommen (bzw. an der Grenze das Formular gestempelt). Aber: auf der Rechnung, die ich vorzeigen kann, stehen ja noch alle 10 Artikel drauf, auch wenn ich davon nur 4 Artikel exportiere und der Rest von meinen Eltern zurückgeschickt werden wird.

Wie handhabt ihr so eine Zwickmühle? Habt ihr das schon mal erlebt und könnt mir helfen? Muss man eine extra Auflistung schreiben, damit der Zöllner diese Auflistung dann unterschreibt und man diese an den Versandhandel schickt?

Könnt ihr mir weiterhelfen?

to be continued

29.07.2014 / stega

Notfall aus der Hölle

Inzwischen habe ich einige Tage auf der Notaufnahme (hier nennt man das “Notfall”) abgeleistet. Zunächst 7 Tage am Stück über das Wochenende hinweg im Frühdienst, der meist recht angenehm und mit der typischen Patientenwelle gegen die Mittagszeit verlief. Danach drei Tage frei zur Erholung und dann begann der Spätdienst, der jetzt schon undankbarer und anstrengender ist als der gesamte Frühdienst – dabei habe ich noch 4 Spätdienste vor mir in diesem 7-Tage-Block. Zunächst begann alles recht angenehm an einem Freitag vor dem Wochenende, die Patienten kamen zur Feierabendzeit schön der Reihe nach, sodass wir sie einzeln und ohne große Hektik abarbeiten konnten. Unsere Mannschaft war gut besetzt, wir drei Assistenzärzte, die ein bis zwei Unterassistenten und die Notfallmanagerin. Da läuft das recht zackig. Irgendwann ging sie aber in ihren wohlverdienten Feierabend und schon ging das Chaos los. Erst kam die diensthabende viszerale Oberärztin, die dann aber in den OP gerufen wurde und die Patienten dem traumatologischen diensthabenden Oberarzt übergab. Der wurde dann nach ihr in den OP zum nächsten Eingriff gerufen und der Notfallnachtdienst-OA bekam die Patienten übergeben – und weil das alle sin weniger als 1,5h passierte, wurde für unsere bereits vorhandenen Patienten nicht viel entschieden, weil auf die einen Ergebnisse gewartet werden musste, die anderen noch definitive Entscheidungen von anderen Fachrichtungen abwarteten und und und… schon staut es sich an. Am Ende musste dann in einer Hauruck-Aktion ein Patient nach dem anderen im Schnelldurchgang entschieden und versorgt werden, sodass wir dann nur mit ca 30 min Überstunden um Mitternacht aus der Notaufnahme purzelten.

Das Wochenende im Anschluss lief relativ entspannt, wir hatten unsere diensthabende Notfallmanagerin bzw. einen reibungslosen Übergang zum Nachtdienst-Oberarzt und konnten die nach und nach eintrudelnden Patienten der Reihe nach abarbeiten. Im OP lief nicht so viel, dass unsere Manpower von dort aus abgezogen werden würde und daher war es schon um 23 Uhr so ruhig, dass wir verfrüht gehen konnten. Sogar ein kurzes Abendessen war drin. So hätte es weiter gehen dürfen.

Aber dann kam der Montag und die Hölle. Wie ein Tsunami sollten die Patienten über uns hereinbrechen. Es begann schon damit, dass jeder von uns drei Assis mind zwei bis drei Patienten aus dem Frühdienst übernehmen musste, bei denen noch auf Ergebnisse gewartet werden sollte (ewig lang dauernde Ultraschalluntersuchungen oder Laborbefunde…). Diese Patienten musste dann natürlich irgendwann auch definitiv versorgt, mit Brief ausgestattet und entlassen werden. Und gleichzeitig wollen die neu Eintreffenden natürlich auch betreut werden. Das Problem: unsere viszerale Assistenzärztin stand kurz nach Beginn der Schicht das erste Mal im OP und kam kurz vor Feierabend der Schicht um 23 Uhr wieder aus dem Saal. D.h. den gesamten Abend haben wir zu zweit geschmissen, die Unterassistenten waren im OP eingespannt und der Notfall damit von ärztlicher Seite her wie verwaist. Und die Flut kam.

Kaum waren wir nur noch zu zweit, stand alle paar Minuten der Rettungsdienst mit einem neuen Patienten da und die Telefone hörten nicht mehr auf zu läuten, dass in Kabine 8, in Kabine 3, in Kabine XYZ wieder ein Rettungsdienst auf die Übergabe an einen Arzt wartete. Kaum hatte man einen Patienten gesehen, standen schon drei neue auf der Matte. Auf der Übersichtstafel nur noch grüne (= chirurgische) Patientenzettel, gleichzeitig bis zu 10 Patienten in den Kabinen…dann noch erschwerende Umstände wie psychiatrische Zwischenfälle, die nach Zwangseinweisungen schrieen, Hirnblutungen, ….

Wir wussten irgendwann nicht mehr, wo uns der Kopf stand. Durch den ganzen Stress und das Hin- und Hergerenne war man so auf Adrenalin, dass man immerhin keinen Hunger bekam; Zeit zum Essen oder für eine Verschnaufpause blieb sowieso bis zum Feierabend nicht. Mein einziges Essen zwischen Mittag und Mitternacht war dann auch ein Twix und ein Schokoriegel, den mir die Pflege gab. Und die einzige Pause kurz vor Feierabend, als ich endlich mal kurz auf Toilette gehen konnte. Abartig, ich sag’s euch. In dieser Schicht habe ich mehr Patienten versorgt als in den beiden Wochenendschichten zusammengenommen!

Wobei man sich natürlich bei manchen Patienten dann fragte, wieso sie gerade abends auf eine Notaufnahme kommen, wo doch z.B: vorbekannte Schmerzen in den Beinen seit 8 Wochen bestehen und der Ferienvertreter-Hausarzt einfach keine Lust auf die Patientin hat und diese deswegen direkt zu uns schickt. Gehts noch? Oder der Patient, der seit 3 Wochen irgendwelche Zipperlein verspürt und nun um 22 Uhr auf den Notfall kommen muss… sorry, aber irgendwann hört unser Verständnis – grade in Stresssituationen – auch auf und man kann nur noch innerlich den Kopf schütteln.

Und am Schluss kam auch noch dieser eine sonderbare Oberarzt, den alle Assis gefressen haben (ich bin ja schon auf seine pingeligen Korrekturen meiner in der Eile hingerotzten Briefe gespannt). Der sich dann noch aufspielen musste…. irgendwann hab ich ihm dann kurz vor Ende der Schicht gesagt, ich muss ihm meine Patienten ja nicht vorstellen, wenn er das nicht hören will, aber ich wollte wenigstens als Anfänger einen zweiten Blick auf die Röntgenbilder, damit ich nichts übersehe. Aber wenn er selbst dazu keinen Bock hat, dann halt nicht. Ui, danach war er aber brav zu mir, das glaubt ihr gar nicht. Vielleicht hat es mal ein Kontra gebraucht?

Hoffen wir auf einen ruhigeren Dienst heute und die kommenden zwei Tage noch, dann ist der Block endlich zu Ende, ich habe 4 Tage frei und dann gehts wieder mit Frühdienstblock weiter.

to  be continued

27.07.2014 / stega

Immer wieder sonntags … | 2014 – KW 30

| GESEHEN | Spartacus (Serie), Californication (Serie), Notaufnahme | GEHÖRT | kunterbunt durch die Musiksammlung | GETAN | freie Tage auf dem Rennrad genossen | GEGESSEN | Johannisbeerquark, leckeren Früchtebecher aus der Kantine | GETRUNKEN | nichts Besonderes | GEDACHT | Spätdienst ist stressiger als Frühdienst | GEÄRGERT | nur 3 Tage warm und schon regnet es wieder eine Woche, Strafzettel wegen Parken auf “Anwohner-/Besucherparkplatz” (da hat mich wohl jmd verpfiffen, dass ich kein Besucher sei) | GEFREUT | entspannte freie Tage und Möglichkeit auszuschlafen | GEKAUFT | noch nicht gekauft, aber bestellt: großer Karton bei bike24 | GESTAUNT | wie schnell man Routine bekommt auf dem Notfall

to be continued

26.07.2014 / stega

Notfallmanagment – hier und anderswo

Pristina ist die Hauptstadt des Kosovo. Und medizinisch wohl leider nicht der Ort, den man als Verletzter aufsuchen sollte. Sei es aus finanziellen Probleme, sei es aus mangelndem Wissen oder wie auch immer, aber die Versorgung dort scheint völlig inadäquat zu sein. In der letzten Zeit hatten wir zwei Patienten, die mittels Ambulanzflugzeug der Rega (Rettungsflieger Schweiz) zu uns repatriiert (sprich: heim geholt) wurden. Und beides Mal war die Erstversorgung im Ausland (Pristina) zum Kopfschütteln.

Der Fall, den ich live miterlebte, war ein mittelalter Patient, der am Vortag einen Autounfall gehabt hatte. Das Auto prallte gegen einen Baum, er als Beifahrer wurde an der linken Schulter schwer verletzt, blieb aber ansonsten ohne größere Verletzung. Die Erstversorgung erfolgte wie gesagt in Pristina und wenn man sich so ansieht, was sie dort lt. Übergabe durch die Rettungsflieger gemacht haben, frage ich mich, woran das wohl liegen kann. Weder, dass man ausreichend körperlich untersucht hat (Traumafolgen im Brustbereich, Beckenbereich, Schädel/Wirbelsäule?), noch dass man in irgendeiner Weise ausreichend medizinisch therapiert oder zumindest eine Therapie begonnen hatte. Hierzu ein kleiner Ausflug in die Welt der Traumatologie und Erstversorgung:

Es gilt bei einem Schwerverletzten (oder jeglichem Unfall mit vermutet schweren Verletzungen) die Verletzungen rasch zu erkennen und die grundlegenden Dinge, die ein Mensch zum Leben braucht, aufrecht zu halten und zu stabilisieren. Dieses Konzept beruht auf einem Algorithmus und Ausbildungssystem für Ärzte, der durchlaufen wird und den ein Mediziner vor vielen Jahren erfunden hat. Dieser Mediziner, Dr. Styner, war auf dem Rückflug von einer Hochzeit mit seinem Privatflugzeug abgestürzt. Seine Frau kam dabei ums Leben, er selbst wurde in einem kleinen Krankenhaus völlig inadäquat versorgt. Nach der Genesung wollte er einen Ablauf generieren, nach dem Ärzte auch an kleineren Häusern ausgebildet werden können und den diese dann bei der Erstversorgung bzw. Erstdiagnostik von Verletzten durchlaufen können. Diese Entwicklung gipfelte dann in einer kommerziellen Organisation, die das sogenannte Advanced Trauma Life Support Konzept weltweit an Ärzte lehrt und nach dessen Prinzipien die großen Notaufnahmen und Schockräume bei Schwerverletzten handeln.

Bei dem Konzept geht man relativ simple vor und befolgt das sogenannte ABCDE. Jeder Buchstabe steht für eine lebensnotwendige Funktion und muss der Reihe nach kontrolliert und stabilisiert werden, bevor man zum nachfolgenden Buchstaben gehen kann. Natürlich bauen diese Buchstaben dazu gleich noch logisch aufeinander auf und sollte es im Verlauf zu Problemen bei einem bereits durchlaufenen Buchstaben kommen, muss man zurückgehen und wieder von diesem aus beginnen.

A steht für Airway und bedeutet, dass die Luftwege frei sein müssen. Denn mit “verstopften” Luftwegen gelangt kein Sauerstoff in die Lungen und damit auch nicht in den Körper.  Weiterlesen…

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