Zum Inhalt springen
29.05.2007 / stega

T-Home Clip

so, endlich hab ich ihn gefunden – den neuen T-Home Clip. Hier gleich mal anschauen:

Was fällt auf?

Der Clip ist verdammt lang – 1:00 Minute. Das trägt enorme Werbekosten mit sich:

So kostet ein 30 Sekunden-Spot zur besten Sendezeit (20.15 Uhr- 21.15 Uhr) z.B. bei RTL rund 60.000 Euro. Die Kosten so einer Schaltung orientieren sich an den Einschaltquoten der jeweiligen Sendung. Das bedeutet, wenn die Quoten sinken, sinken auch die Werbepreise und umgekehrt. (http://www.stgp.org)

Also: pro Werbung kostet das T-Home 120.000€.

Wenn die Werbung (wie gestern Abend bei Wer wird Millionär Promi Special) in (fast) jedem Werbeblock läuft und es 5 Blöcke gibt, dann sind das an einem Abend: 5 x 120.000€ = 600.000€ alleine auf RTL!!!

Sagen wir, die Werbung läuft jetzt aber nicht nur auf RTL an dem Abend, sondern auch noch parallel dazu auf Pro 7 und Sat 1 – jedes Mal 5 Mal am Abend bei nem Preis von 50.0000/30 Sekunden auf den beiden Sendern, dann macht das auf Pro 7: 5x 100.000 = 500.000€ und auf Sat1: 5x 100.000= 500.0000€. Zusammen auf den beiden Sendern also: 1.000.000€

Daraus folgt: An einem Abend muss T-Home an Werbekosten alleine auf diesen 3 Sendern 1,6 Mio. Euro hinblättern. Hui.

Und auf der anderen Seite von T-Home stehen die Vorhaben des Chefs Obermann, der die Service-Mitarbeiter alle ausgliedern, das Gehalt kürzen und die Arbeitszeit erhöhen will. Paradox, oder?

Rechnen wir doch mal mit unseren fiktiven Zahlen weiter: wenn Hr. Obermann statt Werbung seine Mitarbeiter bezahlen würde – was wäre dann?

Dazu müssen wir das obige Rechenbeispiel noch ein wenig weiter treiben: T-Home bewirb die neue “Freiheit” nicht nur an einem Abend, sondern an 6 – einen Tag gönnen wir den Zuschauern Pause. Dann macht das pro Woche: 6x 1.600.000€ = 9.600.000€. Und jetzt lassen wir die Aktion zum Spaße mal einen Monat nach den obigen Bedingungen durchlaufen: 4 x 9.600.000€ = 38.400.000€

Eine enorme Summe also, die da an Werbekosten anfällt. Wer jetzt sagt, die Werbung läuft ja aber unter der Woche billiger und außerdem nicht abends nur so oft – dem setz ich jetzt mal entgegen, dass eine gehäufte Werbung am Tag, ein Sponsoring von Sendungen (z.B. Wer wird Millionär) u.ä. wohl im Endeffekt auch auf solche Summen zusammengeläppert wird.

Dann nehmen wir jetzt mal die Summe und schauen, was wir damit besseres anfangen können:

Ein Servicemitarbeiter bekommt vllt grob geschätzt ein Gehalt von brutto 2000€. (ich schätze jetzt wirklich nur mal so ganz über den Daumen). Im Jahr sind das dann insgesamt: 12 x 2.000€ = 24.0000€.

Machen wir nun Gedankenspiel 1: Wieviele jahre könnte der Arbeiter mit dem für die Werbung für einen Monat ausgegebenen Geld beschäftigt werden?

38.400.000€ / 24.000€ = 1.600 Jahre. Woah. Na, so lange will ja keiner arbeiten.

Also Gedankenspiel 2: Wieviele Arbeiter könnte man mit den Werbekosten für einen Monat lang beschäftigen?

38.400.000€ / 2.000€ = 19.200 Mitarbeiter. Keine schlechte Zahl, oder?

Nun gut, genug der Zahlenspielerei – es geht ja doch nicht so. Aber T-Home wird sich schon was dabei gedacht haben, diese aufwändige Werbung zu produzieren; wenn einem schon in den ersten 3 Monaten diesen Jahres 500.000 Kunden davonlaufen ist das wohl mehr als ein Grund zur Sorge über die Managment-Strategie Kostenreduzierung durch Ausgliederung von kleinen Arbeitern.

So und zum Schluss dieses tollen Artikels noch ein kleiner Trost: wem nur das Lied im CLip gefällt, der kann es sich auch hier anhören:

Rolling Stones – Paint it black

  1. Christian / Mai 30 2007 16:28

    Ich fand die Werbung super toll, bis du mir soebend die Augen geöffnet hast. Wie ich mal vermute versucht die Telekom auf Krampf seine Kunden bei der Stange zu halten, denn erst kürzlich war bei heise.de zu lesen das die zurzeit enorme Mengen Kunden verlieren. So gesehen könnte die Werbung vielleicht doch ein paar Abreitsplätze in der Zukunft retten. Aber alles in allem ist es wirklich eine verdammte Geldverschendung. PS: Den Song hab ich vorgestern erst hier auf meiner Webseite gepostet.

  2. Sanja / Jun 3 2007 18:55

    die werbung erst zu machen hat bestimmt auch einiges verschlungen…
    stimmt, einen abend weniger zu senden wäre schon mal was…
    aber wer wird auch schon freiwillig neuer t-kunde. geisteskrank nennt man das. wenn man je mit denen was zu tun hatte (ich nehme an das hatte wohl auch jeder) weiß man, warum die kunden davon laufen

Trackbacks

  1. Werbespotsongs
  2. Blogg-Augenblicke
  3. Ich dreh noch durch - Rekord gebrochen « LifeReport
  4. Dienstag - mein Eintrag « LifeReport
  5. der letzte Freitag hier « LifeReport

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Log Out / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Log Out / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Log Out / Ändern )

Verbinde mit %s

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.

Join 432 other followers