faule Studenten…

ja, es gibts ja immer – und es ist und bleibt ein hartnäckiges Vorurteil, was ich in meinem folgenden Beitrag wohl weder aus der Welt schaffen werde (wohl eher noch mehr festigen oder gegenüber anderen Studenten erhörten).

Man sagt immer Studenten haben nichts zu tun, sind faul, schaffen nichts, hängen den ganzen Tag über in Kaffees, Baggerseen oder sonstwo ab – feiern ihr ganzes Leben lang und dann irgendwann sind sie fertig mit Uni und haben vom Leben keine Ahnung und jahrelang nur gegammelt.

Allererster Punkt: ich weiß nicht, wie es früher war. Ich war noch kein Student, noch nicht geboren,  noch nicht am Unileben beteiligt, was weiß ich….

zweiter Punkt: das Vorurteil stimmt in gewissem Maße schon, das muss ich zugeben – aber auch gleich hier ne Einschränkung loswerden: es kommt zum Einen darauf an, welchen Studiengang man betrachtet und wann man ihn sich anschaut.

Genauer versuch ich das mal hier zu erläutern:

Erstmal müssen wir uns klar werden, dass es sehr verschiedene Studiengänge gibt in Deutschland heutzutage – die miteinander nicht wirklich verglichen werden können wohl. Beispielsweise ist ein Studiengang Archäologie oder Ethnologie wohl anders aufgebaut als einer in Philosophie, der sich wieder von einem in Germanistik, Kunstgeschichte, Lehramt unterscheidet und schließlich haben wir noch solche wie Physik, Mathematik, Informatik oder Biologie und Medizin, die wieder ganz anders sind. Selbst wenn alle jetzt mehr oder weniger auf Bachelor umgestellt werden (ich kan nzu diesem Thema hier jetzt keinen Senf abgeben, weil mich das mit Medzin noch nicht (zum Glück) betrifft), ich denke, im Großen und Ganzen gibt es gravierende Unterschiede.

Zunächst einmal sollten wir unterscheiden nach Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft. Zu ersterem zählt u.a. Physik, Chemie, Biologie, Medizin – zu zweitem Germanistik, Kunstgeschichte, Philosophie und die ganzen Sprachen.

Was macht man jetzt als Germanist oder als Sprachenstudent? Man wird viele Bücher lesen müssen, weil man darüber Seminare hat, hält ab und an Referate und schreibt vllt am Ende des Semesters eine Klausur – aber auf jeden Fall wird man in den Semesterferien Hausarbeiten schreiben müssen, die man abgibt und die dann benotet werden oder anhand derer man seinen Schein bekommt. Sprich, die Ferien sind vllt stressiger, je nachdem, wie viele Hausarbeiten anstehen, die geschrieben werden müssen, dafür ist unter dem Semester vllt mehr Zeit,wenn mal keine Klausur da ist und man “nur” ein Buch lesen muss – das sieht ja dann schon ziemlich “faul” aus.

Bei den Naturwisssenschaftlern (ich kann jetzt halt v.a. von Medizin ausgehend schreiben) ist es so, dass man keine Hausarbeiten hat in den Semesterferien und stattdessen dann lernen muss auf die Klausuren, die nach den Ferien folgen – wenn man sie nicht schon vor oder während den Ferien hatte. Bei uns war es bisher so, dass wir immer vor bzw direkt danach die Klausuren hatten und dann dementsprechend drauf lernen mussten. Zudem hatten wir unter dem Semester immer wieder Testate (mündl. Prüfungen) und Seminare, in denen wir abgehöt wurden. So wird es wohl bei anderen Naturwissenschaften auch aussehen – das unterscheidet “uns” ja von den Geisteswissenschaftlern – die müssen _über_ etwas _reden_ – wir müssen _von_ etwas die Formel, den Ablauf o.ä. genau _wissen_ und können nicht spekulieren und diskutieren anfangen dann. D.h. nen Naturwissenschaftler wird man auch mit nem Buch sehen, das er dann aber nicht liest und interpretiert, sondern auswendig lernen muss bzw. sich die Abläufe und Zusammenhänge darin zu merken hat.

ok, kurzer EInschub – ich weiß, es ist nicht so schwarz – weiß zu trennen, aber ich versuch es einfach mal nur grob hier zu skizzieren – antürlich gibt es immer ausnahmen und ich bediene hier wohl auch nur vorurteile der Naturwisenschaftler ggüber den Geisteswissenschaftlern ;)

Was auch ein Unterschied ist, ist der oft freie Freitag der Geisteswissenschaftler – das stand sogar bei uns neulich in der Zeitung, dass da freitags nie was los ist mehr bei den Einrichtungen der Geisteswissenschaftler. Naturwissenschaftler (so wie wir Mediziner) haben halt noch freitags normal Uni – z.Z. ja sogar bis 18 uhr abends noch. Da gibts das net einfach so frei zu haben – und damit mein ich nicht, dass man einfach Vorlesungen schwänzt – sondern sich erst gar keine da hinlegt, damit man auch nichts schwänzen muss….

Auf der anderen Seite haben Geistesleutz halt viel mehr Seminare wohl, bei denen sie anwesend sein müssen – was bei den Naturis die Praktikas darstellen wird.

So, es gibt also von beiden Seiten her die faulen Studenten, die nie was schaffen – und ganz ehrlich, ich persönlich als Naturi würde sie eher im Geisteswissenschaftlichen Bereich ansiedeln und die schwarzen Schafe aus der Naturwissenschaft einfach mal übersehen ;)

Und zu guter Letzt noch die Eisnchränkung, dass es bei Medizineh nochmal ganz anders ist, weil wir unseren Stundenplan nicht selber machen dürfen und alles vorgeschrieben bekommen – was bei den anderen Fächern so nicht ist (außr jura glaub ich). Das heißt, man kann sich dort ein Semester auch mal RUhe gönnen und weniger reinlegen und das nächste dann mehr… bei uns ist es imer vorgeschrieben, was gemacht werden muss – wenn man etwas nicht machen will, dann muss man es ein Jahr später nachholen und ist 1 Jahr hintennach und muss so lange warten, bis man dann weitermachen darf.

So schauts aus – jetzt haut mich oder schreibt eure Erfahrungen zum Studium ;)

to be continued

5 Antworten

  1. hi,
    ich glaube das hast du ganz gut auf den punkt gebracht. bin selbst dipl. inform. und meine tochter studiert mathe.

    gruß
    hardy

  2. mathe als naturwissenschaft ist dann auch eher Richtung medizin organisiert als Richtung Geisteswissenschaft – danke für dein Feedback!

  3. wenn meine tochter das erste semester rum hat, sag ich ihr, sie soll hier auch mal was posten ;)

  4. da freu ich mich drauf! sie darf gerne auch unter dem Semester posten, wie es ihr ergeht :)

  5. [...] Juli stand dann voll im Zeichen des Neurokurses, ich hab nen Artikel über faule Studenten verfasst, meine Mum feierte groß Geburtstag und das Fest fand wieder mal statt. Und dann war auch [...]

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