Heute Abend wareine groß angekündigte Infoveranstaltung zum Thema Ausland und studieren bzw. Famulatur oder PJ. Tja, mit großen Erwartungen hin – dann gabs nen Allianz-Stand mit Werbung und Kuli und Zahnseide (muahaha) und danach 20 min Vortrag. What? Erstens war der total uninformativ – man weiß jetzt auch net mehr als vorher, was man im Netz hat lesen können und zweitens war der auch noch am Thema vorbei – spätestens als der Auslandsbeaufragte der Uni (was wir nicht alles mitschleppen!) anfing von ECTS-Punkten zu reden. Wir sind Mediziner, haben kein Bologna-Prozess (noch nicht) und somit keine Punkte zu sammeln! OMG. Da sieht man mal, wie weltfremd die da zu uns kommen.
Im Prinzip wäre ein Praktikum im Ausland nicht schlecht. Ein Semester vllt auch noch, wenn es denn voll angerechnet würde. Problem ist nur, dass man danach Probleme bekommen kann, wenn man zurückkommt und hier weiterstudieren will – wegen Studienplatz und Überfüllung der Kurse. Oder dass man das Jahr dann verliert und eventuell azyklisch selber schauen muss, wo man bleibt.
Der große Witz an der Sache ist aber vielmehr, dass man zwar ins Ausland darf, um Kulturen kennen zu lernen und Sprache zu lernen – aber wenn man sich bewirbt muss man ein 25€ teures und von der Uni abgenommenes Sprachzeugnis vorweisen. Und wird dann anhand seiner Sprachfähigkeiten erst zugelassen oder ausgewählt. Geht es nur mir so oder ist das System irgendwie gespaltene Persönlichkeit?
Bei Eramus gibt es keine Sprachtests, sagt die EU. Und die Uni sagt: doch. Weil sie auswählen müssen, wer gehen darf. Immerhin 50 Leute maximal von 350 – was für eine Quote.
Ich finde, das is völlig daneben, dass man nur die gehen lässt, die schonmal im Ausland waren und die Sprache super beherrschen. Da is doch schon wieder Benachteiligung im System – da fängts doch schon an. Wie soll z.B. ein Arbeiterkind, was sich in der Schule durchgeboxt hat, das Geld haben, selbst ein Jahr ins Ausland zu gehen und sich jetzt mit herrlicher Sprachkenntnis dann zu bewerben, um im Ausland ein Semester zu studieren und dann dort „seine Sprachkenntnisse zu verbessern“ – die es ja eh schon vorher haben muss? Unglaublich.
Nun gut, ich werde schauen, was ich mache – Österreich/Schweiz reizt mich – ebenso wie Kanada.
Auch lustig ist, dass es bei unserer Uni keine Möglichkeit gibt, nen Austausch nach GB zu machen. Da gibts keine einzige Uni, die mit unserer Uni connected ist. Ein Armutszeugnis, wie ich finde. Das schimpft sich Exzellenz.
Nun gut, am Ende kamen dann noch Erfahrungsberichte – aber was will ich mit Ungarn? Also sind wir frühzeitig nach 40 min wieder gegangen.
Morgen ist dann eine Veranstaltung der Allianz, mal schauen, was dieso erzählen. Vllt ja mehr praktische Dinge. Und wo man sich bewerben kann etc. Oder eben auch nicht. Vllt sollte ich ja mal mit keiner Erwartung zu solchen Infosachen gehen? Dann kann man schon nicht enttäuscht werden.
to be continued
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