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10.11.2011 / stega

das erste Mal…. Sauna mit Kumpels

(c) sauna-oase-parchim

Im Rahmen der aktuellen Naturheilkunde-Woche (nein, ich werde mich nicht abschätzig darüber äußern wie sinnvoll diese Woche ist, zumindest nicht in diesem Beitrag) ging es freiwillig auf eine nachmittägliche Exkursion: in die Therme! klar, dass man das nicht verpflichtend machen kann, denn erstens muss der Student über ein Auto verfügen, wenn er schnell dorthin kommen will oder aber über genug Kondition um bei dem kalten wetter mit dem Rad hinzugondeln oder aber Geld um den Bus zu bezahlen, der ihn dann hingondelt. Und v.a. bei den weiblichen Kolleginnen wird es wohl auch Probleme geben sich vor den männlichen Mitstudenten in Bikini oder Badeanzug zu werfen. Trotzdem trafen sich am ersten Tag (die Exkursion wurde zwei Mal angeboten, damit jeder einen Termin finden möge) immerhin 35 Freiwillige, die Interesse an der Naturheilkunde der Therme hatten. Oder war es doch eher die Aussicht, dass nach einem kurzen Vortrag und einer Einführung durch eine Therapeutin auf dem Stundenplan “open end” stand und jeder so lange bleiben konnte, wie er wollte – und das für umsonst? Oder doch der in Aussicht gestellte Gutschein für einen weiteren Besuch in den Thermen, den man geschenkt bekommt?

Egal was es auch war, zunächst hieß es die künstlich gebohrte Quelle mit dem ach-so-guten Wasser zu besichtigen und sich danach rund 40min lang einen Vortrag im “Seminarraum” der Therme über die Wassertherapie anzuhören. Die Betreiber waren bemüht uns Gäste zu empfangen und stellten sogar Wasser samt Gläser für uns bereit. Hach, Service! Danach durften wir uns dann “aber beachten Sie!” im Saunabereich umziehen und warteten auf die Therapeutin, die uns anschließend einen Einblick in die angebotenen Behandlungen geben sollte. Zunächst erstmal lustig, dass sich von alleine bereits beim Einlass eine weibliche und eine männliche Schlange gebildet hatte – wir sind halt auch nur große Kinder (“bäh, ich mag nicht mit der Gertrudspielen!”) :D Und auch in der Umkleide, die, wie wir dann irgendann kapierten, gar nicht nach Frauen und Männer getrennt war (klar, ist ja auch Sauna, da interessiert das eh keinen mehr), bildeten sich spontan zwei Schlagen: die eine nach links zur Sammelumkleide und die andere nach rechts… zur Sammelumkleide auf der anderen Seite. Männlein und Weiblein künstlich getrennt, obwohl alle Sammelumkleiden für alle waren. So kann es gehen.

Die Einführung der Therapeutin war dann ganz nett, ein wenig eng für uns viele Studenten in den Badewannenräumen bzw. Massageraum. Dann durften wir ins Therapiebecken hüpfen und ein wenig Therapie machen – spät. hier wurde es insofern lustig, als dass wir Brillenträger nicht mehr viel sahen :D Vorher schön mit brille noch alles sichtbar und ja, man wagt natürlich auch mal einen Blick auf die Kolleginnen mit denen man immerhin jetzt schon über 4 Jahre zusammen kämpft (und wurde nicht enttäuscht), aber spät. im Wasser war dann Schluss (“wer ist das denn? Wo ist der denn…?”). Nach ein wenig Übungen im Wasser bekam dann jeder seinen Gutschein für einen weiteren Besuch (hätten wir das gewusst wären wir seit dem fünften Semester jedes Jahr mit der Exkursion einfach mitgelaufen *lol*) und dann war open end….

Jetzt wurde es natürlich spannend: wer traute sich in die Sauna und wer blieb zurück.
Bzw. wer ging gleich wieder heim. Zunächst, weil kurz vor 5 war und die Kollegen um 5 in den Aufguss wollten, planschten wir im Außenbecken und trieben vor uns hin. Dann kurz vor 5 Uhr  nahte die Stunde der Wahrheit für uns Männer – die Damen hatten sich eh schon getrennt. Wir wechselten also in den Saunabereich und wollten saunieren beginnen. Ich hatte meine Kollegen leider schon fast verloren, weil die schon vorgegangen bzw. nachkommen wollten – also war ich nur noch mit einem Kollegen zusammen unterwegs, bis wir später dann die anderen in der Sauna trafen. Ich muss zugeben, ich bin seit Kindheit in der Sauna und mir macht das Nacktsein dort auch nicht so viel aus, ich weiß, dass man da net so viel Gaffer hat und wen juckts – bisher ist noch keine mwas weggeschaut worden. Aber, wie es ein Kollege morgens formulierte: in die Sauna geht man entweder mit leuten, die man gar nicht kennt oder mit solchen, die man sehr sehr gut kennt. Mitstudenten gehören zu keiner der Gruppe und eher in die Mitte – und mit denen geht man eher nicht rein. Nun ja, wir waren ja eher der enge Freundeskreis und kümmerten uns weniger darum, ob noch jemand in die Sauna gewechselt war…. trotzdem muss ich sagen, dass ich nie der große Ich-zeig-euch-meinen-Schniedel-Typ war und im Freudeskreis nie so für Nacktheit und unbekümmertes Umziehen stand. Schon früher im Schwimmtraining war ich eher der EInzelkabinen-Umzieher denn der Sammelumkleiden-Freak und im Sportunterricht duschten wir zum Glück sowieso nie (oder nur diejenigen, die das dringend brauchten). Also war das jetzt auch ne Premiere für mich, dass wir zum ersten Mal unsere Hüllen fallen lassen mussten und unsere Kollegen ganz nackt erahnen konnten.

Ein Glück, dass ich ohne Brille eh nicht viel sehe, wenn mich meine Kollegen aber auch aufgezogen haben, weil sie mehr sahen und ich nicht mal sie erkannt habe, wenn sie in der Nähe standen. Tja, mein Schicksal, wer weiß, wie lange noch (Augenlaser?). Auf jeden Fall genossen wir, um es mal abzukürzen, dann diverse Saunagänge, die erste mit 70°C für mich noch zu kalt, dann nach einer pause und warmem Fußbad eine 95°C und schließlich nach einer weiteren Runde Planschen noch die dritte  mit 95°C und einem hammer Aufguss, zu dem ich doch noch ein Wort verlieren will.

Ich kenne Aufgüsse von früher, als ich als kleinerer Junge drin saß. Das war immer das Highlight, bei dem man sich selbst zeigen konnte, wie viel man aushielt :D Nun also seit langem wieder einen Aufguss mitgemacht – 7 min vorher schon auf die höchste Stufe gesetzt und mal abgewartet, was passieren würde. Nach und nach kamen immer mehr und ein Saunaclub von älteren Herren (und zwei Damen) und gesellten sich lautstark zu uns – das konnte ja spaßig werden. Der angekündigte Bademeister war wohl schon berühmt-berüchtigt für seine Aufgüsse, spät. als er dann selbst oben-ohne zu uns kam dämmerte uns, dass da jetzt der Hammer folgen wird. und nur wir Studenten in der obersten Reihe hätte uns auch zu denken geben müssen :P
Er begann dann mit Frischluft-Fecheln von außen, ein letztes mal tief Luftholen. Dann erste Kelle auf den heißen Stein und puh, wird gut warm. Bisher kannte ich max. 3-4 kellen auf den Ofen und dann ist gut – so viele Kellen hat der Bademeister nun aber allein auf einen Fleck und war noch längst nicht durch! Nach mind. 10-12 Schöpfern war dann die erste Runde fertig und er begann zu wedeln und fächern… puh, tief atmen. Dann gings weiter mit Schöpfen, wieder mind. 10 – 12 Schübe und erneutes Fächern, jetzt wurde es doch unerträglich heiß und die Luft brannte schon auf der Haut. Krass. Aber er hatte noch übrig und goss den restlichen Kübel auch noch drüber – Junge, Luft! Dann endlich war fertig und wir in der letzten Reihe japsen vor uns hin *lol* Kaum war der Bademeister raus, huschten die ersten schon wieder weg… und auch wir folgten bald. Puh, alle ein wenig weggetreten. Nach dem kalten Duschen und Tauchbad gings dann in das Außenbecken, allesamt nackt und sogar ein Mädel gesellte sich zu uns – man sah (zumindest) ich, eh nicht viel – aber ich fand es generell nett, dass wir da als kleines verbliebenes Grüppchen noch zusammen saunierten und sich keiner zu arg schämte. Der Rest der Gruppe war eh schon weg und nur wir 8-9 Leute blieben übrig, von denen jetzt 6 im Wasser planschten. tolle Erfahrung irgendwie.

Gleichzeitig war es lustig den mittag über zu sehen, wer schon öfters in einer Sauna war und wer nicht. Was da teilweise abging. Der eine will mit Badelatschen auf die oberste Stufe kraxeln (wir haben ihn gerade noch drauf aufmerksam gemacht, dass er die Badelatschen außen ablegen muss (in Österreich damals hatten die das in der Sauna auch noch an, was total unhygienisch ist), der andere meint er müsse von Sauna zu Sauna ohne Pause schwitzen gehen – da freut sich der Kreislauf. Der Dritte hüpft ins Tauchbecken ohne vorher zu duschen und den Schweiß loszuwerden. Der vierte setzt sich in die Sauna mit umgeschlungenen knappen Badetuch und damit Fuß und Beine etc aufs Holz – ebenso verpönt und unhygienisch. Der fünfte meint, er müsse 5 Saunagänge machen (ab 3 gibts keinen positiven Efffekt mehr, steht überall!). Die sechsten (ja, in diesem Falle “die”, weil eine Gruppe und gleichzeitig noch weiblich)  rennen mit Bikini im Saunabereich rum und werden vom Bademeister drauf aufmerksam gemacht, dass sie entweder den Bikini ablegen oder den Bereich verlassen (tja, es schaut ihnen ja jemand was weg)…. echt lustig zu sehen, was da so alles abgeht.

Außerdem erstaunlich: es haben sich doch tatsächlich einige Mädels getraut in die Sauna zu gehen und damit mit den Männern zu mischen. Teilweise ohne Scheu und Scham waren wir in einer Sauna gemeinsam und die Mädels legten sich ohne Probleme einfach so hin. Nackt. Ein Glück habe ich keine Brille auf und sehe nichts, die Kollegen (elende Spanner *hihi*) berichteten danach aber wie schwer sie es hatten nicht hinzuschauen und die körperliche Reaktion unterhalb der Taille zu unterdrücken. Und über schön geformte Frauenkörper. Ok, soll ich nicht doch neidisch werden? Och ne, brauch ich nicht. Es war irgendwie einfach schön zu sehen, dass es in der heutigen prüden und gleichzeitig oversexten Jugend/ jungen Adoleszenz doch noch Fälle gibt, die sich in die Sauna wagen und dort nicht total verklemmt Angst haben, man schaut zu viel. Tut ja keiner und sei es nur aus erwähntem Grund der körperlichen Reaktion. :P Naja, nach und nach verschwanden die Damen dann aber auch wieder und gingen heim bis am Ende eben nur noch eine (die oben erwähnte) da blieb.

Dann also duschen (auch das erste Mal komplett nackt und gegenüber zueinander und dann gen Ausgang und Heimat.

Um 1/2 8 sind wir dann auch aufgebrochen, reichte ja dann auch den ganzen Mittag in den Thermen – erholt waren wir und gut gelaunt ebenso. Viele Eindrücke im Gepäck und einige positive Überraschungen was Lockerheit gewisser KollegenInnen anbelangt, die hängen bleiben.

Man sollte öfters einfach mal ungezwungene Exkursionen unternehmen! So schweißt man wenigstens die Studenten zusammen… ein wenig…. oder so… :D

to be continued

  1. Michael / Nov 11 2011 13:17

    Ich oute mich jetzt mal: war noch nie im Leben in einer Sauna… Hat sich irgendwie nicht ergeben. Hallenbäder mag ich nicht – da bin ich durch das gechlorte Wasser immer total kaputt… und am See hab ich bislang noch nie eine gesehen! :-)
    Außerdem hatte ich seit Kindergartentagen eher weibliche als männliche Freunde. Und Sauna hätte ich mir mit denen nicht vorstellen können…

    • stega / Nov 11 2011 15:46

      Hallenbad macht mir nix aus, war ja ein Jahrzehnt lang zwei Mal die Woche in selbigem zum Training ;) Am See stell ich mir Sauna richtig geil vor, wenn man danach in den See hüpfen kann (so wie man das klassische Bild von Finnland hat). Am Rhein bei Basel gibts Sauna, da kann man in den Rhein hüpfen :P Falls du im Winter mal in die Richtung kommst… ich war noch nie dort.

      Ich war seit ich kleiner Junge bin in Sauna, damals noch zur Infektabwehr und Stärkung Immunsystem, was auch geholfen hat. Deswegen war ich das gewohnt…. aber eben nur mit Familie oder dann halt mal mit Ex-Freundin. Mit weiblichen oder männlichen Freunden hätte ich das bis dato auch nie freiwillig gemacht, aber so ergab sich die Gelegenheit und dann hat man eigentlich den “Gruppenzwang” mitzumachen – und so schlimm war es dann, wie beschrieben, gar nicht. Kann ich mir durchaus vorstellen in Zukunft öfter zu machen – auch gerne mit weiblichen Begleitungen. Riskiert man halt mal en Blick – sie dürfen ja auch mal schauen und dann ist ja schon gut… ;) Es kommt ja eher aufs gesellschaftliche Erlebnis und die Entspannung an!

  2. Konrad Relaup / Sep 27 2012 21:54

    Vor 2 Jahren da war ich gerade 13 Jahre alt geworden war ich zum ersten mal mit meinem Kumpel und seiner Familie in der Sauna. Beim ersten mal was ein ein komisches Gefühl sich vor der Mutter und seiner Schwester nackt zu zeigen.

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