das erste Mal…. alemannische Fasnetmendig
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| Aus Faschingsumzug |
Da ich dieses Jahr zum ersten Mal, seit ich hier studiere (und das ist lange!), über Fasching vor Ort bin, konnte ich mir heute die Gelegenheit nicht entgehen lassen, das erste Mal auch live beim “Fasnetmendig”-Umzug dabei zu sein. Zunächst war da das Problem, dass man bei Google gar nichts zum Thema Faschingsumzug finden konnte, sondern erst über Umwege auf die Uhrzeit und den Verlauf der Strecke kam.
Zunächst ging es in die Mensa, klar – Mittagessen muss ja sein. Mit vollem Magen steht sichs leichter am Wegerand. Die halbe Stadt war schon auf den Beinen (derzeit sind aber auch nur wenige Studenten hier), überall Musik und verkleidete Fasnachter. Ich muss gestehn, dass ich selbst nicht der Fassnachtsmensch bin, auf Knopfdruck auf Heiter und Lustig zu machen ist nicht mein Fall (nicht, dass ich sonst nie lustig drauf wäre – ich bins eher das ganze jahr über) und dieses gekünstelte Lachen unter Schminke ist im Endeffekt ja doch oft damit vergesellschaftet mit maßlosem Alkoholmissverbrauch.
Nach der Mensa zunächst das Rad sicher geparkt und danach dann ein Stück den Weg entlang, um eine schöne Stelle zu finden, an der man eine gute Sicht auf die Dinge hat und trotzdem nicht totgetrampelt wird, wenn die Kinder die Gutzl (Bonbons) aufheben. (als ob mich ein abgebrochener Meter umrennen könnte *haha*) Viel los war noch nicht, dabei war es schon 20 vor Beginn.
Nach und nach füllten sich die Wegesränder, ich stand von vorne herein in zweiter Reihe, damit ich keinem die Sicht versperre – außerdem sollen die Kinder bei sowas nach vorne. Vorne gabs zum Glück Absperrgitter, da konnten sich die Kinder festhalten (und nicht auf die Laufstrecke rennen). Kurz vor Beginn des Umzuges kamen noch ein paar Rollstuhlsenioren, die aus dem nahe gelegenen Seniorenheim herangekarrt wurden – ich machte natürlich Platz, aber außer einer älteren stehenden Dame wollte und konnte keiner vor mich. Die älteren Herrschaften vor mir am Metallzaun wollten den armen Rollstuhlsenioren keinen Platz einräumen – so ein scheiß Verhalten! Als ob sie dann nix mehr gesehen hätten, wenn sie 50cm weiter hinten stehen. Nun ja, ich gab mein Bestes, damit die alten Herrschaften was sehen, man weiß ja nie (so makaber es klingen mag), ob sie nächstes Jahr noch zuschauen können.
Der Umzug an sich war ganz nett, leider trotz Sonne ein wenig kaaaalt, aber die hatte sich hinter den Häusern versteckt. Nach 2h fror ich dann richtig bibbernd und zitternd, hatte auch nur einen dünnen Schal an, weil ich beim Losfahren davon ausging, dass es draußen wärmer wäre… Der Festzug an sich war ganz nett anzusehen, leider ein oder zwei Mal ein wenig großer Abstand zwischen den Gruppen, aber was solls, wir sind ja nicht Düsseldorf, Köln oder Mainz. Auch gibts hier nicht wirklich Wägen, außer 3 kleineren lief der Rest als Fußvolk. Ich war erstaunt, dass sogar aus Rastatt, Bühl, vom Bodensee, Sigmaringen und der Schweiz Gruppen mitliefen. Und dass es hier viele Vereine zu geben scheint, jeder Stadtteil hat seinen eigenen.
Insgesamt muss ich sagen: früher war mehr Gutzl, v.a. für die Kinder. Die haben heute zwar auch einiges bekommen, aber nicht so viel, wie mir von früher her noch erinnerbar ist. Ich hab nur ganz wenig gefangen, was halt so am Boden liegen blieb. Und der Rollstuhlseniorin bzw. dem Kind neben mir hab ich auch noch zwei Bonbons abgegeben
(ich guter Mensch)
Interessant zu sehen war, wie eine alemannische Fasnacht aussieht: viel mehr Masken, viel mehr Klimbimm, viel mehr Holz. Ganz nett – v.a. die Hexen, vor denen man als Kind (und insb. meine geliebte Schwester) immer panische Angst hat
Und man ruft hier: narri narro. Der Umzügler ruft narri und man antwortet narro. Klingt irgendwie toll, wenn so die Masse antwortet.
Nach 1,5h Umzug war dann Schluss und ich fuhr bibbernd heim, um heißen Kaffee in mich zu schütten. Schön wars, auch wenn ich alleine dort war, weil sonst keiner aus dem Freundeskreis Zeit hat (die müssen alle famulieren). Große weite Welt…
to be continued


und davor: 

Bei euch hatte jede Gruppe den gleichen Ruf?
Als ich letztens auf einen Umzug musste (#SanDienst) gab es Flyer, aud denen von jeder der 108 Gruppen der Ruf stand. Und es war jedes Mal ein anderer. Lustig, wenn manche in der Zeile verrutschen…
Kannst du dem Fasching denn was abgewinnen?
na den “Narri Narro”-Ruf haben sie so wie in Köln den Alaaf oder in Mainz das Helau. Jede Gruppe hat dann wohl ihren eigenen Schlachtruf, bei einer hat man das miterlebt, wie sie sich gegenseitig angepeitscht haben.
Programmheft hab ich nicht gekauft, vielleicht hätte da mehr drin gestanden
Dem Fasching etwas abgewinnen? Ich hab mir den Umzug angeschaut und versteh, wenn Menschen in den Zünften sind und ihren Spaß haben. Aber ich selbst bin eher nicht der Fasnachter, der da aktiv mitmachen würde.