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15.05.2012 / stega

Praktisches Jahr – die Plätze sind vergeben

(via hanggah.wordpress.com)

Nach zweiwöchiger Wartezeit sind die Plätze an den Lehrkrankenhäusern und der Uniklinik für das im August beginnende Praktische Jahr seit gestern vergeben. In einer offiziellen Verkündigung sollten wir erfahren, ob unsere Ortswünsche geklappt haben und wir in die Kliniken kamen, die wir uns aussuchen konnten. Bemerkenswert war, dass deutlich weniger Studenten zum offiziellen Termin kamen, als es noch bei der Einführungsveranstaltung waren – damals saßen wohl viele einfach mal mit drin, die erst in einem halben Jahr dann gehen werden (also zum nächsten Start im Frühjahr).

Zunächst Begrüßung, dann Arbeitsmedizin. Klar, alles muss seine Wege gehen, also kam eine Angestellte des Betriebsärztlichen Dienstes vorbei  und eröffnete uns, dass wir alle vorm Beginn des PJ bei ihnen vorbekommen müssen. Einmal Blut abzapfen, Impftiter bestimmen und ggf. je nach Wahlfach weitere Untersuchungen (bekomm ich bei Ortho als Wahlfach Muskelkraft fürs Heben von Beinen/Hüften etc gemessen? :P ) Natürlich alle Untersuchungen innerhalb einer Woche im Juli, 9-10Uhr bzw. 13-14Uhr. Super, wir haben ja auch kein Semster und Seminare/Vorlesungen in diesen Zeiten, wie sollte man da drauf kommen? Nun gut, wir finden bestimmt einen Termin, modern, wie wir hier sind, werden die Termine mittels ausgehängten zetteln eingetragen, auf die man seinen Namen und Wahlfach schreiben soll. Datenschutz und so. Hätte man ja auch online erledigen können, aber nein, bloß nicht (habe gestern erfahren, dass das deknt tatsächlich seine Server um 17 Uhr herunterfährt, damit sie über Nacht keine Wärme produzieren und Strom verbrauchen – kein Wunder also, dass Mails ab 17 Uhr als unzustellbar zurückkommen, was für ein fail des Jahtausends).

Nach der Betriebsarztverkündung folgte eine Information für das zweite Staatsexamen (Stex), was bei uns dann nach dem PJ ansteht. Aber hey, mal ehrlich: was wollen wir denn heute von November 2013 hören und wann da wohl mündliche Prüfungen stattfinden werden? Schon ein bisschen weit hin bis dahin noch…. aber gut, es ist das letzte Mal, dass sie uns vor der Prüfung als Haufen Studenten auf einem Fleck erwischen können, also hörten wir uns an, was zu sagen war. 320 Fragen also im Schriftlichen Teil, 3 Tage Zeit, mündl. dann November, Prüfungsgruppen zu vier/fünf Studenten.

Nach einer kurzen Umfrage mittels Powervote (ob wir es gut fanden, dass soziale Punkte wie Familie/Wohnsitz in die Zuteilung einfließen (>ja) und ob wir gerne nur für einzelne Tertiale aufgeteilt würden (>ja)) folgte endlich die Verkündigung der frohen Botschaften. Außer 7 Studenten, die taktisch blöd gewählt hatten, kamen alle an den Ort, den sie sich wünschten. Sehr gut, so wie es scheint, sind wir soweiso ein kleiner Jahrgang, weil viele Kliniken noch freie Plätze haben (u.a. das Städtische meiner Heimatstadt mit noch 18 (!!) freien plätzen). Andere Kliniken haben nur 3 PJ’ler (von denen zwei je 2 Monate gar nicht da sind, sodass mein Kumpel der einzige PJ’ler in der ganzen Klinik sein wird, wenn er 9 Monate dort verbringen sollte)….

Ich bekam die Klinik, die ich wollte, Heimatort und dort, wo ich im Februar/März famuliert hatte. Zwar werde ich nur Innere und 12 Wochen dort verbringen, aber das ist trotzdem toll, dass ich dann daheim kostenlos wohnen kann :P Bei mir sind wir zu 8 PJ’lern, von denen nur einer nicht im Ausland sein wird. Der Rest verbringt mindestens ein Tertial nicht in Deutschland. Es ist symptomatisch, dass zum PJ fast jeder ins Ausland geht, ganz vorne dabei ist natürlich die Schweiz. Ein Armutszeugnis für v.a. die Chirurgie in Deutschland, dass es gerade dieses Fachgebiet ist, das die Studenten scharenweise ins Ausland treibt, wo sie bessere Bezahlung, bessere Lehre und ein besseres Ansehen erwarten. Mehr Verantwortung, nicht nur Hakenhalter im OP spielen…. man sollte in Deutschland dringend überlegen, wie man diese Situation verbessern und das Chirurgie-Tertial in Deutschland attraktiver gestalten kann.

Nach der Einteilung mussten die an den Lehrkrankenhäusern zugeteilten Grüppchen untereinander verhandeln, wer wann welches Tertial ableisten will. Ich hatte keine Probleme, da ich bereits fest drinstand (wegen meinen zwei verplanten Auslandstertialen bleibt mir nichts anderes als mit Innere zu beginnen). Deswegen konnte ich mich da gut raushalten, bei den anderen gings aber auch rasch, sodass wir nach 10min unseren Lehrkrankenhaus-PJ-Kontaktstudenten bestimmt hatten und gingen. In den größeren Häusern (v.a. Uniklinik mit 42 PJ’lern) ging die Einteilung ein wenig länger. Insgesamt muss ich sagen, fände ich es besser, wenn das Dekanat die Einteilugn von sich aus übernähme und damit diese Organisation vom Rücken der Studenten ließe. Gerade bei so großen Gruppen wie im Uniklinikum, die koordiniert werden müssen, damit in jedem Tertial immer ca. gleich viele Studenten in der Chirurgie/Innere/Wahlfach aktiv sind, ist es doch einfacher, wenn das eine zentrale Stelle übernähme.

Als wir uns dann eingeteilt hatten, durften wir noch bei diversen Versicherungsanbietern (u.a. MLP, klar, die sind ja überall) an Gewinnspielen beteiligen und unsere Daten rausrücken. Mit einem Stapel Gewinnspielkarten überall mitgemacht, wo es was zu gewinnen gibt – Datenschutz adé, sie kennen mich jetzt alle und ich erwarte den ersten Anruf, der mich über sonstwas aufklären will :P

In der untergehenden Abendsonne standen wir kurz vor 20 Uhr wieder vorm Hörsaal, mampften unsere von Lamper&partner gesponsorten brezeln und tauschten wissbegierig aus, wen es wohin verschlagen wird. Auch wenn man sich natürlich nicht merken kann, wer am Ende wirklich wo landet.

Wieder ein Schritt mehr in Richtung Ende.

to be continued

LifeReport-History: vor einem Jahr: "ESC-Twitter"
  1. Michael / Mai 20 2012 12:50

    Vielleicht hab ich da irgendwas nicht verstanden, aber ist es nicht so, dass ihr schon während des Studiums mehr oder weniger vollwertig im Krankenhaus gearbeitet habt? Klar, lief das unter Ausbildung, aber wenn man da Blut abnimmt und mit Patienten in Berühung kommt, ist das ungefährlicher? Warum erst jetzt die Bestimmung des Impftiters? Hätte man doch gleich vor der ersten Famulatur machen können, oder?

    • stega / Mai 20 2012 12:55

      Ja auch während des Studiums haben wir (u.a. in den mind. 120 Tagen Famulatur) in Kliniken und bei Ärzten gearbeitet. Eigentlich hätte man die Impftiter also schon längst kontrollieren sollen. Im Rahmen des Mikrobio-Praktikums haben wir uns gegenseitig mal Röteln-Titer bestimmt, aber sonst wüsste ich nicht, dass wir jemals betriebsärztl. untersucht worden wären. Einige Kollegen mussten eine solche Untersuchung vor Beginn einer Famulatur vorlegen, aber die Regel war es nicht.

      Ich gebe dir Recht, dass das ein komisches vefahren ist gerade jetzt vorm PJ die Untersuchung einzulegen, wo wir mind. 5 Jahre schon im Krankenhaus rumrennen und aktiv sind.

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