RR-Urlaub Lago Maggiore: Tag 1 – Anfahrt & Passo San Michele | Passo Cuvignone
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Los gings, der Wecker schmiss uns um kurz nach 6 Uhr aus den Federn. Aber wie das so ist: wenn man sich auf etwas freut und aufgeregt ist, dann wird man ja vor dem Wecker wach und so lag ich schon um 5.30Uhr freudig im Bett und wartete nur auf das Piepen.
nach ausgiebigem Frühstück und kurzem Abstecher zum Bäcker, um sich für den Mittag mit Brezel und Süßigkeit einzudecken, gings zum Wohnwagen und diesen ans Autos angehängt.
Es konnte losgehen!
Was ich nach langer Zeit, die ich nicht mehr mit dem Wohnwagen unterwegs was, ganz vergessen hatte, ist, wie ätzend langwierig die Fahrt sein kann, wenn man nur mit 80km/h (bzw. in Deutschland mit 100km/h, wenn man die Zulassung besitzt) fahren darf. Da zieht sich der Weg doch sehr… aber aufgemuntert wurden wir durch das immer besser werdende Wetter, je weiter wir gen Süden durch die Schweiz kamen. Dazu das Schweizer Radio, was uns schmunzeln ließ (ob ich die jemals “einfach so” ohne Konzentration verstehen werde, wenn ich ab Dezember dann in der Schweiz sein werde?).
Nach fast 5 Stunden Fahrt (vorbei am Erdrutsch der Gotthard-Bahn, was gar nicht so schlimm aussah, wie es in der Zeitung stand, aber man verschätzt sich da ja sowieso immer mit Geröllmassen) kamen wir dann am Zielort an: Maccagno. Zum Campingplatz ginge auf Umwegen durch enge Gassen, dafür war der Campingplatz schön leer, fast nichts los, ein paar Deutsche und ein Holländer, mehr nicht. Direkt am Seeufer, nur per Zaun vom Badestrand getrennt.
Wie Männer halt so sind: kurzes Begutachten des ausgesuchten Platzes, WoWa drauf, drehen. Passt? Passt! Ohne großes Rumschieben, abwägen oder sonstwas. Unterlage raus, Stützen raus, Strom dran, Stühle und Tisch raus. Fertig. Völlig unkompliziert und nach 45min saßen wir schon da und mampften unsere Bäckereien und tranken den ersten Kaffee.
Nun sollte es aber losgehen, von Westen zogen über das gegenüberliegende Ufer dunkle Wolken und ich wollte meine Eröffnungsrunde auf jeden Fall durchziehen. Also startete ich für die erste Tour alleine, mein Vater baute Sat und TV für den Fußball abends auf und meldete uns am Campingplatz fertig an, ich schwang mich aufs Rad und radelte auf der Uferstraße los.
Bis Luino lief es super, die eher dunklen Galerien und Tunnels sind gut zu fahren, viel Verkehr war nicht. In Luino schon das erste Problem: auf der ausgesuchten Straße lt. Roadbook war Markt. Vollgestopft, gesperrt, Chaos. Mist, Absteigen, Schieben, Verlaufen. Dann wieder aufs Rad, nach Gefühl abbiegen. Falsch am Bahnhof landen, Sackgasse. Handy gezückt – ein Glück hatte ich Google Maps in den Cache gelegt und konnte meinen Standort jetzt ohne Internetverbindung bestimmen lassen – um mich dann auf den richtigen Weg zurückzudirigieren. Am nächsten Kreis wieder verfahren, aber schon nach 50 Metern gewusst, umgedreht und weiter ginge.
Auf der nächsten Straße aus Unsicherheit wieder zu früh abgebogen, aber auch hier schnell gemerkt und nach 50m gewendet, im nächsten Zielort dann Auffahrt auf den Passo San Michele. Unterwegs schnell einer älteren Dame, die ihren Hof geputzt hatte, zugerufen, ob der Weg stimme… “si, San Michele, toto droite (oder wie sie das auf italienisch schreiben)”.
Der Aufstieg zum Passo war …. lang und hart. Der Asphalt nicht wirklich brilliant, brüchig, Löcher. Serpentinen, man sah nach oben und sah, wo man als nächstes fahren würde… motivierend und demotivierend zugleich, da es einfach kein Ende nehmen wollte. Die Steigungsprozente hielten sich zwischen 8 – 14%, was mir dann zwischendurch doch mal den Atem raubte.
Oben angekommen auf ne Hubschrauberlandefläche um Fotos zu machen abgebogen (warum auch immer es da oben Hubi-Landeplätze gibt), dann Verwirrung, wo es weitergehen sollte. Schilder? Fehlanzeige. Fazit der ersten 25km: das mit der Ausschilderung sieht nicht gut aus hier. Typisch Italien?
Die Abfahrt war leider enttäuschend, runter ginge zur Kirche/Kloster San Antonio. Leider war auch hier der Asphalt brüchig und nicht wirklich für schnelle Abfahrt geeignet. Außerdem eng und serpentinisch… was eigentlich ja schon Spaß macht, aber Tempo bei der Abfahrt hat eben auch seinen Reiz.
Kaum unten angekommen an St. Antonio wieder scharf links rauf, nächster Pass stand an: Passo Cuvignone. Fotos von St. Antonio gibt’s keine, einerseits war ein Zaun außenrum, andererseits war ich im Tritt und wollte nicht anhalten (und da mein Vater ja nicht dabei war, gibt’s auch keine nachträglich gemachten Fotos).
Der Aufstieg zum Passo Cuvignone zeigte sich ebenso hart wie der letzte Pass war. Die Berichte im Quäldich-Forum stimmten perfekt. Viele Serpentinen, steil, mind 10% Steigung (was können 8% entspannend sein, wenn sie zwischendurch mal kommen), man windet sich gefühlte Ewigkeiten nach oben, hofft hinter jeden Kurve den Gipfel erreicht zu haben und wird dann doch nur enttäuscht. Mir kamen 3 Rennradler auf ihrer Abfahrt entgegen… hatten die’s gut.
Irgendwann dann erreiche ich doch den Gipfel, kurzes Foto von oben, sehr unspektakulär, nicht mal ein Gipfelschild gibt’s. Dann ab auf die Abfahrt, 11km lang, besser als die letzte, aber auch wieder keine Heizstrecke, sondern eher Bremsmanöver, weil ständig enge Kurven. Auf einer kommt mir ein Auto entgegen und kann gerade noch auf seine Seite der Straße abhauen… das war knapp. Dann weiter runter, immerhin der Asphalt besser.
Fotos in Richtung Comer See, den man immer mal wieder in der Ferne sah, hätte man machen können, wenn man rechtzeitig die Lücken im Gebüsch/Wald gesehen hätte… aber nicht, wenn man schon daran vorbei ist. Nachteil bei Abfahrten *lol* (irgendwie gibt’s für alles Nachteile, bei Auffahrten ist es das Aus-dem-Tritt-kommen, beim Abfahren das Zu-spät-bemerkt-haben).
Unten dann entspannt zurück zum Seeufer mit relativ hohem Tempo (> 40km/h) und dann am See entlang an der Uferstraße zurück nach Maccagno. Das zog sich ein wenig und war insofern doch noch anstrengend, weil die Uferstraße immer wieder rauf und runter führt und die Steigungen dann doch auf Dauer in die Beine gehen.
Zurück an der Homebase duschen, einreiben mit Sport-Coolingcreme und dann rein in die “sexy” Thrombosestrümpfe, die ich die nächsten 4h nicht mehr auszog. Ein wenig Massage der Unter- und Oberschenkel und Auftanken der Energiespeicher mit großem Teller Spaghetti.
Daten der ersten Etappe:
68km, 2:51h, (/) 24km/h | max 51,5 km/h, (/) 83 upm | max 117 upm,
(/) 164 bpm | max 192 bpm, 2349 kcal
Bergauf: 23km, 1:25h, (/) 16 km/h, 1330 hm, (/) 5 % | max 14 %
Grafische Auswertung des Tachos:
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Die Route auf GPSies gibt’s hier zum Nachfahren:

to be continued












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