einfacher Patient mit aufgelöstem Problem
Im Frühjahr diesen Jahres hatte ich (aufmerksame Leser werden sich daran erinnern) von Problemen mit dem rechten Knie berichtet, die mich ab Mitte März anhaltend gequält hatten. Es stand der Verdacht eines Plica-Syndroms im Raum, den ich beim Orthopäden abklären lassen wollte. Sportpause durch die LASIK-OP brachte keine Besserung, die verschriebenen Voltaren-Tabletten auch nicht, aber der Orthopädentermin war erst 3 Wochen später. Bis dahin wurde der Schmerz bereits besser und ich radelte weiter vor mich hin (was vielleicht nicht ganz vernünftig erscheinen mag).
Der erste Orthopädentermin ging superschnell vorbei, erst musste ich über 40min warten, um dann beim Orthopäden halb angepflaumt zu werden: “toller Patient, einmal da und dann nie mehr” – weil ich vor einem Jahr mit ähnlichen Beschwerden schon bei ihm vorstellig wurde, aber er außer TENS-Gerät nichts machen konnte und die vergleichbare Problematik dann auch von alleine verschwand. Was ich ihm auch so sagte und zum schmunzeln brachte. Jetzt mit der Forderung nach einer Überweisung zum MRT und einem Rezept für Ibu hingegangen und mit beidem aus der Praxis, keine 5min nachdem er den Raum betreten hatte. Nicht mal eine klinische Untersuchung musste er machen. (was eigentlich nicht wirklich optimal ist, weil er nur auf meine Schilderung und Vorstellungen vertraut und sich kein Bild macht, was wirklich Sachlage ist).
Der MRT-Termin war zu Beginn dieser Woche – also über 6 Wochen nach dem Termin. Frägt sich, was das bringen soll, wenn man zwischen Beschwerden und Diagnostik eine so lange Zeitspanne lässt. Vorher war aber kein Termin zu bekommen, trotz dass ich bei allen Anbietern anrief (Uniklinik, anderes Krankenhaus, in dem ich vor drei Jahren mal ein MRT des anderen Knies habe machen lassen, private Anbieter).
Nach den Tagen am Lago Maggiore, die ich vorsorglich mit Ibu morgens abdeckte, legte ich mich dann beschwerdefrei in die Röhre. Die Schmerzen vom Frühjahr sind inzwischen schon wieder verschwunden, ein wenig Restzwicken gibts noch, wenn ich mit dem zu kleinen Unirad fahre, aber auf dem Rennrad ist außer beim Losfahren und ein wenig Schnappphänomen nichts mehr zurückgeblieben von den Schmerzen von damals, die ja auch in Ruhe bestanden. Das Gefühl in der Röhre ist einfach sonderbar, auch wenn man bei unteren Extremitäten nicht in die Enge muss, sondern nur bis zum Bauchnabel reingefahren wird und somit oben den schönen Schriftzug des Gerätes (bei mir war es “SIEMENS; MAGNETOM,SYMPHONY”) und den kleinen Monitor anschauen kann. Dazu immer wieder aus dem Nebenraum die Hinweise “vier Minuten für die nächste Durchleuchtung“…. nach 15min war alles vorbei, kurzes Warten auf den Radiologen, der mir dann mitteilte, was ich eigentlich wusste: V.a. Plicasyndrom, was aber nicht leicht zu diagnostizieren sei und deswegen nur Verdacht auf (V.a.). Und tschüss.
Zwei Tage später morgens um 8.15 Uhr (wer auch immer diesen frühen Termin ausgemacht hat… ach das war ja ich selbst?!) wieder beim Orthopäden zur Nachbesprechung der Bilder und Procedere. Nicht mal warten müssen, nach 8min war er schon da und ich dran, keine Beschwerden mehr bedeutet keine Behandlungsindikation. Klar. Seinen nervenden Hinweis “wir behandeln ja schließlich keine Bilder sondern Patienten” hätte er sich beim zweiten Mal dann echt sparen können. Dat weiß ich selber und weiß doch zu gut, dass es nicht immer der Fall ist.
Nach nur 5 min und wieder keiner klinischen Untersuchung war ich auch bei ihm draußen, verschwiegen hatte ich meine Rennradeskapaden vom Lago… kein Wunder, dass im Befund vom Radiologen ein leichter Erguss beschrieben war. Das ist die Belastung der letzten 5 Tage :p
Fazit: schneller und einfacher Patient, dem nichts (mehr) fehlt und der sich bei erneut auftretenden Beschwerden wieder vorstellen wird. Super für den Arzt, für dessen Honorar und den Patienten. Schlecht für die Krankenkasse. Aber die kann mir ruhig im letzten Jahr, in dem ich bei ihr mitversichert sein kann, noch etwas bezahlen. War ja sonst immer gesund.
to be continued




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