das Fest 2012 – Samstag
Bereits das zehnte Mal besuchte ich dieses Jahr “das Fest” in Karlsruhe. Mein erstes Mal liegt nun bereits 10 Jahre zurück – damals noch mit Vanessa Amorosi und kostenlosem Eintritt vor die Hauptbühne. Und einiges kleinerem Aufzug.
Leider konnte ich dieses Jahr nicht alle drei Tage dort sein, ich hatte sogar schon karten zu Weihnachten geschenkt bekommen gehabt. Freitag und Sonntag ging nicht, denn ich hatte freitags bis 16 Uhr Seminar und musste dann lernen und gleiches galt für Sonntag (außer das mit dem Seminar). Ich muss aber auch zugeben, dass mich die Bands von Freitag (Maximo Park und (weil Jupiter Jones kurzfristig wg Krankheit abgesagt hatte) Donuts) bzw. von Sonntag (Culcha Candela, die bereits vor wenigen Jahren schon da waren und die ich damals gesehen hatte) nicht wirklich reizten und ich deswegen ganz froh war, dass nur der Samstag übrig blieb.
Das Wetter spielte leider nicht mit, schon mittags dicke Wolken und Regengüsse, wir starteten um 15 Uhr mit dem Auto zu viert gen Norden und kamen noch im Trockenen an. Parkplatz fanden wir an der identischen Stelle wie im letzten Jahr, was für ein Glück. Viel los war noch nicht, was bestimmt am Wetter lag. Der Regenguss ließ nicht lange auf sich warten. Ein Glück, dass die AOK Strandhüte verteilte – bei Abgabe eines “Gewinnspielzettels”, auf dem sie jede Menge Daten sammelten. Nicht mit mir, ich möchte nicht ständig angerufen werden und deswegen standen dann plötzlich komplett frei erfundene Daten auf dem Wisch. hahaha, viel Spaß, wenn sie denjenigen anrufen versuchen “kein Anschluss unter dieser Nummer”. Dafür gabs einen Hut für mich und ich hatte wenigstens nen Kopfschutz für den Regen. Natürlich mussten wir noch Langos essen – auch hier keine Schlange wegen Regen, letztes Jahr stand ich fast 30min an. Super, so darfs weitergehen.
Vor der Hauptbühne locker Platz unten an der altbekannten Stelle vorm Wellenbrecher ergattert, ein paar Chaoten um uns herum, pubertierende Jungs. Waren wir damals auch so jung? Das war echt ein junges Publikum…. puh. Man fühlt sich so alt und ausgewachsen.
Die erste Band “Bubble Beatz” bekommt von mir 4 von 5 Sterne. Zwei gute Drummer, die auf allerlei Schrott herumhauten und damit Musik machten. Ein wenig sprang der Funke nicht so ganz über und das Publikum wurde nicht so ganz mitgerissen.
Im Anschluss wurde es deutlich voller und deutlich supranasal-vakuminöser. Sprich: Vollhonks. Pubertierende Jungs, prollige halbwüchsige ohne Haare am Sack und im Gesicht… aber sooo aufspielen, als gehöre ihnen die Welt. Es folgte “Casper“, den sie alle um uns rum kannten und kreischend begrüßten – uns war er völlig unbekannt, hätten wir uns mal lieber mit Fachliteratur (“BRAVO”) vorher informiert. So konnten wir nicht wirklich mitsingen, ein wenig Interaktion mit dem Publikum war vorhanden, sodass es trotzdem ein “ganz okay”-Auftritt wurde. Nicht ganz meine Musik. Doof nur diese Aggros um uns rum, die ständig drängelten, drückten, Poggo versuchten, um mach vorne zu hüpfen…. und wir zwei Jungs schützend unsere weibliche Begleitung abschirmend. Irgendwann finden wir an Ellenbogen auszufahren und zurückzuschlagen. Bzw kurzzeitig auch nach vorne “Poggoierende” am Kragen zu packen und zurück hinter uns zu schleudern. Krieg. So mag ich das nicht. Jeder kann gerne hüpfen und feiern, aber bitte vertikal nach oben und unten hüpfen und nicht alle anderen um sich rum bedrängen und denen die Stimmung versauen. Rücksichtnahme, danke. Und 3,5 von 5 Sterne.
Nach dem Umbau folgte dann “Deichkind“. Es wurde richtig voll und drängelig, noch mehr Vollhonks, teilweise wohl auch schon angetrunken. Gedrängel, Gepöbel… nicht schön. Wir standen wie eine deutsche Eiche hinter unseren Damen, nach vorne noch 2-3 Reihen zum Wellenbrecher. Aber so sind die Stellungen gut. Von hinten folgte im Verlauf des Auftrittes jede Menge Gerempel, Geschubse, Gestoße – so stark, dass zwei Mal die Masse um uns rum zum Fallen kam und einige am Boden landeten. Da reichts dann echt, so macht das keinen Spaß, denn man bekommt von der Musik vor lauter Verteidigung nichts mehr mit. Feiern ist doch da nicht möglich!! Wir begannen Punkte zu vergeben: 1P für nen Schlag in die Rippe, 5 für Brustbein etc, wenn wir die Poggoleute von uns abhielten. Irgendwann merkte endlich der Security-Mann vor uns, dass es die Chaoten bei uns übertrieben und rief sie zur Ordnung und ein wenig Rücksichtnahme auf. Als die Chaoten dann weiter gen Mitte drängten, haten wir endlich Ruhe und konnten den Auftritt “genießen”. Und die kleinen Mädels neben uns auch. Denn die haben es ja noch schwerer, wenn rumgeschubst wird, weil sie nichts mehr sehen außer Rücken und Menschen (ich seh ja über alle drüber, mir ist das relativ wurst dann).
Zum Auftritt von Deichkind kann ich sagen, dass er ganz nett war, viele Lieder zum Mitgröhlen, die man kennt. Aber: fast keine Interaktion mit dem Publikum. Nur mal kurz ein Hallo und Tschüss und dann wars das. Dann Anarchie auf der Bühne und Abspielen des Programms. Sie können ja auch gar nicht interagieren, wenn die Musik einfach aus dem Off kommt und sie ihren Gesang drauflegen müssen. Schade drum. Insgesamt vielleicht ein 3,5 von 5 Sterne-Auftritt. Nicht ganz so mitreißend, wie gedacht, wenn natürlich eine gute Show. Auch wenn sie bereits nach 50min schon das erste Mal von der Bühne verschwanden (sie spielten im Endeffekt doch 1,5h). Aber getrübt von den Chaoten um uns herum.
Abschließend folgte das “Highlight” des Abends. Der geheime Fest-Favorit: Monsters of Liedermaching. Die waren bereits vor zwei Jahren auch schon mal da, auch damals Samstag Abends als letzter Act mit nur 1h Spielzeit – aber schon damals tolle Stimmung und auch wenns leerer war, hatten sie mehr Stimmung als “The Editors”, die davor aufgetreten waren. Gestern wieder alle Erwartungen erfüllt. Schon der Soundcheck interaktiv und mit Spaß. Die 1h dann total lustig, gröhlen, mitwippen, tanzen, klatschen. Super, so soll das doch sein. Und das alles nur mit drei Bierbänken, Bier, Zigaretten und Gitarre. Keine Show, kein Licht, nix. Und trotzdem bebte der Mount Klotz und es war voll und toll. Toller Abschluss, 5 von 5 Sterne.
Um kurz nach 1/2 1 gings dann im Auto wieder durch die Nacht 1,5h heim, der Rest pennte im Auto, ich kaute Kaugummi und hörte Radio und fuhr die Bagage sicher nach Hause. Schöner Ausflug und mal ein wenig Abwechslung zum Lernen. Muss auch mal sein, auf die 7 h kommts jetzt auch nicht mehr an.
Auf dass es kommendes Jahr auch Freitag und Sonntag wieder klappen wird.
to be continued
LifeReport-History: vor zwei Jahren: "Anästhesist vs. Orthopäde" (der Klassiker)



