bis ans Limit

Es musste einfach sein. Endlich wieder. Den ganzen Tag schon hibbelig. Zunehmend genervt. Angepisst. Gestresst. Unentspannt. Verspannt. Nachdem ich bereits letzte Woche wegen schlechtem Wetter, jeder Menge Lernstoff und viel Uni mit Anwesenheitspflicht gar nicht fahren konnte, musste ich heute nach geschriebener Patho-Klausur um 18 Uhr endlich eine kurze Runde auf dem Rad drehen. Je länger ich nicht mehr fahre, desto schlechter und hibbeliger fühle ich mich. Auspowern war also dringend nötig, ich konnte gar nicht mehr still sitzen.
Und weil die Zeit knapp ist, der Lernplan wartet und ich endlich mal wieder volle Power rauslassen wollte, gings wie im Zeitfahren mit voller Kraft voraus auf die Straße. Nach 25km hatte ich einen Schnitt von 36 km/h – trotz der Ampeln und Kreuzungen hier. Nach 30km einen Schnitt von 35km/h und am Ende nach den ganzen Ampeln immerhin noch 34km/h. Das körperliche Limit war deutlich erreicht, zeitweise fuhr ich mit 50km/h in der Ebene und das ohne Wind! Der blies zeitweise dann stark als Gegenwind und brachte mich so nahe an meine Grenze, dass ich schon spürte, wie ich fast kotzen müsse. Außerdem piepte der Herzfrequenzmesser bedrohlich, weil ich mit bis zu 204 bpm unterwegs war – jeder Kardiologe hätte mich mit Betablockern abgeschossen, denn das sind Werte, die können über lange Zeit nicht gesund sein.
Aber es war geil. Grenzerfahrung. Glücksgefühle. Hormone. Adrenalin. Kraft pur. Die beine schmerzen, übersäuern, brennen. Und man spürt jede Faser. Und das Hirn brüllt Pause – aber der Schweinehund sagt “go go go”. Endlich mal wieder. Und jetzt: lernen und essen. Schön wars.
33,5km, 59min, (/) 34km/h | max 52km/h, (/) 101 upm | max 123 upm
(/) 183 bpm | max 202 bpm, 953 kcal



