Kurztrip nach Hamburg – Tag 1
Ich war, sozusagen zur Feier der Scheinfreiheit, die vergangenen Tage in Hamburg. Warum gerade Hamburg? Weil ich dort das letzte Mal als kleiner Stöpsel war und mich inzwischen die Stadt aus der Ferne zu einem weiteren Besuch einlud/reizte. Meine Schwester war ein paar Tage dort im Frühjahr, fand es klasse und interessant, in mir keimte schon länger der Wunsch auf, den Hafen zu sehen und so entschlossen sich mein Kumpel und ich das Ende des universitären Studiumsteil mit einem Kurztrip zu zelebrieren – auch weil wir uns nicht auf einen gemeinsamen Urlaub am Meer einigen konnten (ich mit “Chillen im Allinclusive-Hotel am Meer” vs. er mit “Ruhe, Abseits des Trubels, muss nicht so warm sein” – Positionen, die niemals zur Deckung zu bringen wären).
Also ging es mit Ameropa der Bahn und einem tollen Angebot (200 Euro für ICE-Ticket und 3 Nächte im Hotel mit Frühstück) frühmorgens am Sonntag gen Norden. Was da schon auf dem Bahnhof los ist – wo wollen die denn alle zu dieser Zeit hin? Wir hatten gedacht, 7.40Uhr sei eine gute Zeit, um ohne Trubel zu fahren – denkste! Einige Mitfahrer mittleren bis älteren Kalibers fuhren zum Boarding auf ihren Touristendampfer nach Norden und hatten alle ein “mySchiff by Tui” an ihrem Koffer hängen…. war da eine Stimmung. Und das im Ruhewagen. Reserviert hatten wir keine Sitzplätze – 4 Euro, die spinnen doch. Also waren wir in der Dreiklassengesellschaft der Bahn (1. Klasse, 2. Klasse mit Reservierung, 2. Klasse ohne Reservierung) ganz unten in der Hierarchie. Trotzdem hatten wir Glück, dass zumindest bis Baden-Baden zwei Sitzplätze als nicht reserviert frei waren. Dort wurden wir leider von mySchiff-Senioren verjagt (komisch, jetzt plötzlich stand eine Reservierung für unsere Plätze da) und fanden zunächst bis Hannover keinen Sitzplatz. Also wieder (wie früher, als ich noch mit dem ICE gependelt bin wochenends) am Eingangsbereich sitzen und stehen. Hat was. Nur: arbeiten konnte man da nicht (ich hatte extra Macbook Air dabei und wollte fleißig arbeiten).
Ab Hannover wurde es leerer und wir bekamen Plätze in einem 6er Abteil, was ganz nett war.
In Hamburg angekommen zunächst zu Fuß zum Hotel, das nur ca 10min vom Bahnhof entfernt lag. Erster Eindruck: es stank fürchterlich nach Pisse und viele Obdachlose gammelten rund um den Bahnhof rum. Kennen wir aus unserer beschaulichen kleinen Stadt hier im Südwesten nicht so sehr. Außerdem: kühl und windig. Wolkig und bedeckt, aber zum Glück kein Regen (was wir auch im weiteren Verlauf zum Glück nie erwischten, dazu später mehr).
Hotel-Checkin problemlos, wir wurden vom homosexuellen Rezeptionisten kurz schief angesehen, als wir meinten, ich gehöre zu meinem gerade den Checkin durchziehenden Kumpel (“ähm, nein, nicht so dazu gehörend! Bloß keine falschen Schlüsse”). Die kommenden zwei Tage stritten wir darum, wer von uns beiden wohl schwuler aussah, damit der Rezeptionist diesen Rückschluss zog
Nach Bezug des Zimmers gings direkt ab in die Stadt. Fahrticket gekauft und ab an die Landungsbrücken. Dort spontan auf eine der HVV-Fähren, weil ich gelesen hatte, dass man damit auch beinahe alles sehen könne ohne extra teuer eine Hafenrundfahrt zu bezahlen. Stimmte auch, einziger “Nachteil”: man fuhr nicht bis in die Arme des Hafens zu den Entladeterminals. Aber sonntags ist da eh nicht so viel los und für die gespaarten 15 Euro reichte uns die Sicht aus der Ferne. Einmal komplett die Strecke der 62er Fähre bis nach Finkenwerder, auf dem Rückweg dann am Alten Fischmarkt abgesprungen und von dort den Alten Elbtunnel gesucht und durchschritten.
Auf der gegenüberliegenden Seite Fotos geschossen, zurückmarschiert, so langsam begannen die Beine schon schwer zu werden. Egal, weiter gehts. Rauf in den Park zur Bismarck-Statue. Von dort zum Sommerdom (Kirmes, Rummel, Jahrmarkt, Volksfest) und quer drüber geschländert – mein Kumpel wollte zum St. Pauli-Stadion. Leider sah man davon nicht allzuviel, dafür aber ein Flakbau, was meinen Kumpel entschädigte
Mit der U-Bahn zurück ans Rathaus, entlang der Außenalster am Apple-Store vorbei (leerer Tempel!) und zurück – auf der Suche nach Jim Block, das mir als Burger-Restaurant via Twitter empfohlen worden war (sorry, ich weiß leider nicht mehr, wer die Empfehlung gegeben hat, sonst würde ich hier verlinken – derjenige darf sich gerne melden
er hat sich gemeldet: danke an @pescum (auch wenn er uns für verrückt erklärt, dass wir nicht in die Sneak Preview im Streits gegangen sind).
Das Essen dort war sehr lecker, ein wenig zu wenig für unsere leeren Mägen, aber machte satt genug. Nach der Stärkung (immerhin waren wir von 14.30 Uhr bis 19 Uhr unterwegs) an die Außenalster und dort in den CSD geraten. Komisches Gefühl, wenn man als zwei Männer da drüber läuft *haha* Den Abendhimmel am Ufer genossen, kurz davor noch einen Abstecher auf die andere Seite der Brücke und zum Hotel Atlantik getätigt.
Via Bahnhof ging es zurück und direkt weiter in die Speicherstadt. Wahnsinn, was wir da zu Fuß zurückgelegt haben und wie viel wir bereits am ersten Nachmittag gesehen hatten… was sollte denn da für den kommenden Tag übrig bleiben? Chilehaus, Slowman (das Restaurant, in dem Christian Rach seine Kochschule mit RTL eröffnet hatte), SPIEGEL-Zentrale…. danach wollten wir noch ein Bierchen trinken gehen und irrten durch die völlig verlassene Speicherstadt. Nirgends Leben, nirgends eine offene Bar oder ähnliches… null. Echt komisch. Also zurück über die Brücken und immer weiter… plötzlich stehen wir vor Scientology-Headquarter und gegenüber der Zentrale von “die ZEIT”. Wenigstens dort gab es ein Brauhaus. Im Freien genossen wir unsere Absacker und taumelten dann mit schmerzenden Beinen und wunden Füßen zum Hotel – auf zur ersten Nacht.
Ein wenig Olympia auf dem Flachbildschirm, dann totmüde in die Welt der Träume sinken….
Erster Nachmittag/Tag beendet. Tag 2 folgt….
Fotos des ersten Tages:
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| Hamburg – Tag 1 |
to be continued
LifeReport-History: vor zwei Jahren: "mein erstes Mal... zweiter Assistent"





Ähem, ich protestiere hier mal. Jim Block kam von mir: https://twitter.com/pescum/status/230991427197353986
Und auch wenn Ihr das schon nicht mehr hören könnt. Mit der Sneak-Preview jeden Montag Abend im Streit’s Kino habt Ihr was verpasst. Für alle Hamburg-Besucher: hingehen! Frühzeitig reservieren und genießen. Nein, das ist keine normale Kinovorstellung. Schaut ‘s Euch an so lange es das noch gibt. Mehr sag ich nicht.
Modelleisenbahn pfffff!
danke – dann wirst du jetzt als Empfehler verlinkt
Auch wenn wir wegen der Sache mit der Sneak Preview von dir gehasst werden
Als wir damals in Hamburg waren, haben wir so ab 23 Uhr auch verzweifelt eine offene Bar oder Kneipe gesucht. Da haben wir echt gedacht, das kann doch nicht sein. Da ist man mal in einer Großstadt und dann hat nix offen! Sowas…