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23.08.2012 / stega

Urlaub in der Türkei – Shopping in Alanya

Erzählen möchte ich euch eine weitere Episode (“Arzt an Bord?” ist hier nachzulesen) aus dem Urlaub in der Türkei: dieses Mal zum Ausflug nach Alanya. Keine Sorge, der Besuch ging ganz ohne Vorfälle über die Bühne (abgesehen davon, dass wir etwas eingekauft haben) – hier also kein Bericht von Verunfallten, Verunglückten oder sonstigen Katastrophen.

Nachdem wir unseren geplanten Trip nach Alanya zwei Mal verschoben hatten (wenn man erst in diesem Trott des Touri-Triathlons Essen-Baden-Schlafen/Chillen ist, dann kommt man da bekanntlich schwer wieder raus und möchte den Morgen nicht einfach so mit einem Ausflug “verbummeln” :D ), entschlossen wir uns wenigstens am letzten Tag den Ausflug in Angriff zu nehmen, damit meine Begleitung nicht daheim sagen müsste, sie habe außer dem Hotel nichts gesehen. Ich selbst war bekanntlich vor zwei Jahren schon einmal dort und auch auf einem Ausflug nach Alanya und hätte von meiner Seite aus auch verzichten können. Aber vielleicht hat sich ja etwas verändert und man könnte es verpassen, würde man nicht hinfahren. Auf gehts!

Mit dem Wecker klappte es sogar zeitig aufzustehen (und das im Urlaub!) und um kurz nach 9 Uhr einen der öffentlichen Busse in Richtung Alanya zu nehmen (ich mag dieses System des Nahverkehrs einfach – man stellt sich an den Straßenrand und der Bus hält einfach an, sodass man aufspringen kann und beim Aussteigen dann entsprechend seinem Aufsprungort in bar bezahlt (übrigens in Euro, also bloß kein Geld wechseln für die Türkei!)). Gleichzeitig war die knapp 40 minütige Fahrt billiger als eine Fahrt von meiner Homebase zum Hauptbahnhof in Freiburg und kostete nur 2 Euro pro Person one way. Das sind Preise!

In Alanya ging es dann (mir kam fast alles so bekannt vor, sodass ich mich schnell wieder orientieren konnte) zunächst runter zum Hafen. Bereits um 10 Uhr hatte es fast 35°C und der Schweiß rann in Strömen. Das hatte ich noch von vor zwei Jahren in Erinnerung, dass es einfach affig heiß ist und man deswegen lieber schnell wieder zurück an den kühlen und erfrischenden Hotelpool bzw. das Meer möchte. Ging uns damals auch schon so (da waren wir noch kürzer unterwegs und schneller zurück).

Dieses Mal kraxelten wir entlang der historischen Mauern in der Nähe des Hafens, was meine damalige Begleitung wegen der Hitze (und dem “Generve” durch mein Fotografieren nicht mehr gewollt hatte). Ganz nett, aber in der Hitze auch ganz anstrengend. Ein Glück hatten wir an die 1,5l Flasche Wasser gedacht!

Den Hafenkai auf der anderen Seite der Hafenbucht schenkten wir uns danach, denn dort gibts viel Beton, wenig zu sehen und noch weniger Schatten – aus Erfahrung riet ich davon ab, wollte meiner Begleitung aber nichts ausreden. Ihr war aber auch so schon heiß genug, sodass wir uns entschlossen nach kurzer Trinkpause im Schatten, ein paar Läden unsicher zu machen (oder eher: in die Fänge einiger Verkäufer zu begeben) und zu versuchen, ein paar Dinge zu kaufen.

Ich muss zugeben, dass mich vor zwei Jahren (und eigentlich auch jetzt wieder) die Art der türkischen Verkäufer abschreckt und mich vom Kauf abhält. Vielleicht liegt es daran, dass wir morgens unterwegs waren und deswegen die breiten Shoppingstraßen leer sind, sodass vor jedem der typisch aussehenden offenen Läden der Verkäufer steht oder auf seinem Hocker sitzt und genug Zeit hat, die wenigen Touristen, die vorbeischlendern anzuquatschen. Sogar mit psychologischen Tricks arbeiten sie inzwischen, indem sie dich anquatschen, erraten versuchen aus welchem Land du kommst, dann nachbohren, ob da nicht noch “Italiano, Espania” oder sonstwas mit in deinem Lebenslauf ist und schließlich “nur Frage stellen” wollen…. schon bleibt der gemeine Tourist stehen, um nicht ganz zu stoffelig zu gelten und zack schlägt die Falle zu.

Auch ein länger als 0,001 Sekunde dauernder Blick in Richtung einer Verkaufsfläche am Straßenrand wird als potentielles Gesuche verstanden und prompt quatscht dich der Verkäufer von der Seite her an: “Deutsch?“.

Meine Begleitung war fasziniert von den Mengen an Chucks, die man kaufen konnte; ebenso vom Schmuck (auch wenn es das typisch blaue “Auge” nicht als schöne Version zu finden gab) und schließlich landeten wir nach zwei frustranen Versuchen in einem Laden, der die entsprechenden Chucks in der richtigen Größe und Farbe (quietscheblau) vorzuweisen hatten. Sie passten – und wurden nach klitzekleinem Handeln (“18″ – “15″ – “ok”) sofort gekauft. 15 Euro für ein paar Chucks, die 100% gefälscht sind aber dafür 100% identisch zu den Original aussehen?

Da wollte sogar ich anbeißen und meine Anti-Kauflaune aufgeben – aber mir kamen meine großen Füße dazwischen: Größe 46 gibt es in etwa so oft in der Türkei wie   billiges Benzin in Deutschland. Gar nicht. Schade. 45.5 verstand keiner, und Größe 45 wäre schon sehr optimistisch….. also lehnte ich dankend ab. Schade, ich hätte mir echt gerne welche gekauft und sei es nur bunte Chucks für die Klinik, damit man unter weißem Dress noch etwas farbiges und individuelles böte. (ich werde meine Schwester auf den Kauf ansetzen, wenn sie kommende Woche nach Alanya fliegt – sie soll mir einfach Größe 45 kaufen, fertig. 15 Euro – wenn sie mir nicht passen, muss sie sonstwer tragen :D ).

Um nicht mit ganz leeren Händen ins Hotel zurückzukehren, kaufte ich mir dann wenigstens zwei T-Shirts der Marke (hahaha, wohl eher der gefälschten Marke) G-Star. Nach bisschen Handeln für knapp über 20 Euro – dafür durfte ich mir welche in der oberen Etage des Ladens aussuchen. Auch so ein Trick der Verkäufer: wer Kaufwillen zeigt, wird nach oben gebeten, dort von T-Shirts und Jeans und Chucks erschlagen, “kaufe das, wie wäre es mit dem, schau hier”…. da fällts gleich schwer “nein” zu sagen und mit leeren Händen zu gehen. Außerdem merkt man, dass die Stimmung des Verkäufers sofort umschlägt, wenn man nichts kauft. Dann lassen sie die Touris wie ne heiße Kartoffel fallen, sind total abweisend und werden fast schon unfreundlich. Krasser Wandel!

Nachdem ich dann meine zwei T-Shirts ausgesucht und bezahlt hatte (auch hier keine Schuhe Größe 46 vorhanden), bummelten wir noch kreuz und quer und ertrugen das Angequatscht-werden. Irgendwann hatte ich eine Strategie heraus, wie wir schnell abwimmeln konnten: einfach die Frage nach Schuhen in Größe 46 stellen und prompt wird man in Ruhe gelassen. hahaha.

Schmuck fanden wir keinen mehr (auch ein Lederarmband hätte mir gefallen), Taschen oder Schals auch nicht (gab es zwar, aber nicht ganz unser Geschmack bzw. preislich zu komisch)…. außerdem: wenn man daheim nie in Armani, D&C o.ä. rumrennt, was soll es dann, dass man dort billige Imitate kauft und die plötzlich in seine Garderobe aufnimmt? Kommt sehr prollig rüber, finde ich. Auch 10 hässliche Boxershorts für 10 Euro oder 20 Paar Socken für 10 Euro wollten wir uns dann nicht gönnen, denn wenn man die dann einmal wäscht, ist die Qualität dahin. Muss dann auch nicht sein, so dringend nötig haben wir es auch nicht gehabt :D

Zurück zum Bus und wieder gen Hotel…. der Busfahrer überfuhr unsere Haltestelle einfach, sodass ich vorstürmen musste und ihn 200m weiter zum Bremsen brachte. Ein Glück haben wir gerade rechtzeitig zum Fenster herausgeschaut, um zu sehen, wie unser Hotel vorbeiflog… sonst wären wir wohl bis zur Endhaltestelle gefahren (denn Haltestellen gibt es ja bekanntlich zwischendurch nur nach Bedarf und ohne Namen/Ansagen…)

Schöner und erfolgreicher Ausflug, rechtzeitig zum Mittagessen waren wir zurück im Hotel und Chucks sowie T-Shirt wurde gleich beim Heimflug am nächsten Tag angezogen. Klar :)

Fotos des Urlaubs gibt es hier

hier gehts zum Fotoalbum
LifeReport-History: vor einem Jahr: "Ergebnisse, Arbeit, Urlaub"
LifeReport-History: vor zwei Jahren: "Patientenaussagen"

to be continued

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