ein Anfang, wie er sein sollte… das PJ beginnt
Ein Anfang, wie er sein sollte. Der erste Tag im neuen Abschnitt, dem letzten des Medizinstudiums. Offiziell “PJ’ler” (oder wie sie in der Uniklinik rufen: “Piiidschäiii”). Wie groß war doch die Unsicherheit, was uns erwarten würde. Wo werden wir landen. Was werden wir tun. Dürfen wir uns Stationen und Fachrichtungen aussuchen? Müssen wir viele Dienste machen? Wie sieht es mit der Bezahlung aus? Werden die Kollegen und alten PJ’ler nett sein? Keinerlei Informationen vorab außer Treffpunkt und Ort am ersten Tag. Dafür aber umso mehr Gerüchte, Hörensagen und Halbwahrheiten.
Um 8 Uhr morgens (man hätte es den ersten Tag auch um 9 Uhr langsam zur Eingewöhnung angehen lassen können
) trudelte die kleien Gruppe von acht neuen PJ’lern am vereinbarten Treffpunkt ein, hinzu kamen ungefähr ebenso viele alte Pidschäis, die uns Neue begrüßen und durch den ersten Tag führen sollten. Schon das eine sehr gute Idee. Nicht einfach nur Sprung ins kalte Wasser, sondern an die Hand nehmen und anleiten.
Der PJ-Beauftrage und die Sekretärin begrüßten uns, teilten eine Mappe mit jeder Menge Unterlagen aus (wobei sich der Sinn einiger Materialien nicht ganz erschloss, weil sich diese nur auf die PJler in der Uniklinik bezogen (oder sollten wir etwa drei Mal die Woche nach Freiburg fahren, um dort an den “Teilnahmepflichtigen Seminaren” teilnehmen zu können? :p)). Einige Infos und einen ausgefüllten Personalbogen (muss ich wirklich alle bisherigen Tätigkeiten angeben?) waren alle Informationen übermittelt und unsere Köpfe voller Dinge, die wir schon wieder halb vergessen, vermischt oder verwechselt hatten. Aber so wird das wohl jeder Generation gehen, die neu beginnt. Einfach zu viele Informationen, was wer wo wie wann und warum.
Nach der Einführung gab es ein umfangreiches Frühstücksangebot, das sogar der Professor in Anspruch nahm und sich ein wenig zu uns gesellte. Netter erster Eindruck. Geplant ist zudem eine After-Work-”Party” der PJ’ler mit dem PJ-Beauftragten bei einem Italiener. Sie geben sich echt Mühe!
Anschließend ging es um die Einteilung der Rotationspläne auf den Stationen. Ein komplizierter Prozess, weil auf jeder Station nur ein PJ’ler sein darf (was auch logisch und sinnvoll ist) und deswegen aber z.B. in der Inneren die Pneumologie gar nicht mehr frei war für uns Neue. Mich hat es die ersten drei Wochen in die Onkologie/Hämatologie verschlagen – ob ich da glücklich werde, weiß ich aktuell noch nicht (aber das ist eine andere Geschichte, die ich euch erzählen muss). Danach rotiere ich für eine Woche auf die Intensiv (darauf bin ich gespannt) und anschließend geht es mit der “Pflichtstation” Gastro weiter. Mehr hierzu werdet ihr im Verlaufe des ersten Tertials hier zu lesen bekommen.
Nach unserer Einteilung zur Inneren kamen die Chirurgen noch an die Reihe, die sich zwischen Allgemeinchirurgie und Unfallchirurgie entscheiden mussten (bzw. aufteilen und rotieren).
Als dann endlich alle ihre Rotation hatten, konnte es zur nächsten Station weitergehen: Kasse. 50 Euro als Kaution für die Kleidung, die wir im Anschluss erhalten sollten. Dazu das Namensschild sowie einen Schlüssel für unser privates Schließfach. Ab gings zum Einkleiden – beim Kittel kein Problem, aber die Hose bei mir ist ein Graus. Schon bei der Famulatur im März in diesem Haus hatte ich meine private weiße Jeans dabei, weil mir die größte Größe nur bis zu den Knöcheln reichte, ich aber dafür vier Mal hätte oben reinpassen können. Ein Glück, dass es auch Sondergrößen gibt und nach kurzem Abstecher ins private Nähzimmer der einen Näherin bekam ich eine perfekt passende und ausreichend lange Hose an den Leib gehalten. Größe 98. Strike, so kann ich leben. Nicht mal zu weit oben (ohne Gürtel sogar!) Immer diese Extrawürste.
Auf gehts, nun mussten wir einen kleinen Fußmarsch ins andere Gebäude hinlegen, genossen die warmen Sonnenstrahlen und marschierten dann in unsere zukünftigen Stationen. Bzw. als Tross von einer zur anderen und bei der jeweils zutreffenden sagte der entsprechende PJ’ler (angeleitet vom alten) den anwesenden Ärzten kurz Hallo. Meine drei Damen im Arztzimmer sahen jung aber ganz nett aus – ich bin ja gespannt, ob ich der Hahn im Korb sein werde.
Nach einem verwirrenden Rundgang über alle Stationen, Schließfächer, Seminarräume, Kellergeschosse etc war auch schon 12 Uhr und unsere Köpfe drehten sich aufgrund der vielen neuen Informationen, Gänge, Wege, Menschen.
Zeit also wieder zurück ins andere Gebäude und zur angeblich besseren Kantine zu dackeln und dort gemütlich Mittag zu essen. Und schon war der erste Tag vollbracht und wir sprangen nach Hause.
Als Fazit bleibt festzuhalten, wie organisiert und wie “behütet” der Beginn war. Keiner musste sich unsicher fühlen und einfach allein gelassen, durch den Rundgang mit den alten PJlern wissen wir jetzt zwar nicht genau, wo was ist (weil es einfach zu viele Infos, Gänge und Treppenhäuser gibt), aber man hat das Gefühl vieles schon einmal gesehen zu haben. Und man fühlte sich richtig willkommen.
Und genau mit diesem Gefühl fahre ich morgen in aller Frühe zu meinem ersten Arbeitstag. Wobei ich Welpenschutz genieße, denn die erste Woche sind wir auf meiner Station noch zu zweit. Was auch seine Vorteile haben wird.
Ich berichte!
to be continued



Ein Kommentar
Hinterlasse einen KommentarTrackbacks