die ersten zwei Tage auf Station
Das PJ ist angelaufen und nach der tollen Begrüßung am Montag ging es gestern mit richtiger Stationsarbeit los. Um es kurz zu machen: der Anfang war mäßig und wurde am zweiten Tag dann nur minimal besser. Meine Überzeugung, dass ich erstens Onkologie/Hämatologie nicht machen will, ist gefestigt und meine Ausrichtung auf die Chirurgie, die sich schon in der Wahl der Famulaturen (allesamt chirurgisch) zeigte, bestätigt sich für mich jeden Tag aufs Neue, an dem ich keine OP-Luft schnuppern darf.
Gestern noch richtig demotiviert nach Hause gekommen, nachdem der Tag echt nicht gut war. Mit den vier weiblichen Stationsärztinnen beinahe keinen Kontakt gehabt im Laufe des Tages (außer kurze Aufträge, die vergeben wurden bzw. eine Ärztin, die wenigstens kurz “entschuldigend” meinte, dass es ein wenig chaotisch auf der Station zugehe). Das hatte ich aber bereits von der alten PJ’lerin gesagt bekommen und selbst gemerkt. Es ist wirklich ein kleines Chaos. Wer was wie und warum und wo macht, ist mir auch nach zwei Tagen nicht klar (nur, dass jetzt eine Ärztin gekündigt hat und heute den letzten Tag hatte, nachdem sie nur vier Wochen durchgehalten hatte). Dafür aber ist die Station umso größer (aktuell 32 Patienten zu betreuen) und ein ewig langer Gang, durch den auch noch Transitverkehr fließt, der vom einen Flügel der Klinik zum anderen muss. Damit kehrt schon von vorne herein keine Ruhe auf Station ein. Außerdem muss ich sagen, dass die Station komisch organisiert ist und unklar ist, nach welchem Schema die Ärztinnen die Patienten übernehmen bzw. für welche Patienten wer zuständig ist.
Und von Seiten der Organisation muss ich festhalten, dass es früher während ich Zivildienstes gemacht habe, nie passiert wäre, dass es auf dem Wagen keine Butterfly’s mehr gibt (2 Tage lang!) und die Ärzte denen nachrennen müssen oder dass kein NaCl (Kochsalz) nachgefüllt wird… das ist auf Dauer ätzend, wenn man nicht mal im Vorratswagen Nachschub holen kann, sondern dann quer über die Station flitzen muss (und nachher doch nix findet).
Am ersten Tag gab es morgens ne Menge Blutabnahmen – Vorurteil 1 bestätigt: Hauptsache täglich fließt viel Blut. Der Haken an der Sache: auf der Onko-Station haben die Patienten großteils ganz ganz ganz schlechte Venen (von der Chemo zerstört) und man findet so gut wie fast nie eine schöne Vene zum entnehmen. Patienten mit Port sind da viel cooler, da muss man nicht pieksen und alles geht schnell und flott (und ich hab sogar gelernt wie das geht und heute gleich zwei Mal alleine gemacht). Aber bei den anderen Patienten Blut zu bekommen ist eher…. suboptimal. Man stochert im Nebel, trifft nix und nach zwei Versuchen höre ich generell auf, damit die Kolleginnen auch noch versuchen können ohne einen total verstochenen Arm vorzufinden. Das ist deprimierend, wenn man den Patienten piekst und dann kommt kein Blut. Absolut kein Erfolgserlebnis sowas. Das macht dann auch nur bedingt Spaß. Gleiches gilt für die Anlage von Zugängen (Viggo, Venflon) – daneben stechen, piesacken und dann doch kein Erfolg haben, ist einfach nicht schön. Nicht für den Patienten und nicht für dich selbst. Ich mag lieber Erfolgserlebnisse, bei denen man den Patienten kurz pieckst, ein Plausch hält (das gefüllt mir besonders gut, wenn man mit dem Patienten ein bisschen scherzen kann zwischendurch) und dann mit vollen Röhrchen abzieht.
Daneben gab es gestern immerhin drei Aufnahmen, die wir PJ’ler gemacht haben, erst eine zu zweit und dann jeder seine eigene. Ich in chirurgischem Tempo schnell die wichtigen Punkte abgearbeitet, körperliche Untersuchung und zack bumm aus. Die Kollegin etwas gemütlicher, da sieht man, wer Chirurgie machen will und wer Innere. Schon das Tempo, wie man über den Gang wetzt, zeigt, wer welche Richtung macht. Die Internisten allesamt langsamer als die Chirurgen unterwegs… so erkennt man sogar den Transitverkehr in weiß
Fertig war es schon mit produktiver Arbeit, der Rest bestand aus nachtröpfelnden Blutabnahmen, verteilt über den restlichen Tag, kurzes Mithuschen bei der Chefarztvisite bei Privatpatienten und der kurzen Röntgenbesprechung am Mittag. Bis ich dann um 16 Uhr einfach die Reißleine zog (bevor die Laune und Motivation noch mehr absinken konnte) und heim gegangen bin.
Heute dann ein wenig mehr Glück, morgens statt 10.000 Blutentnahmen Zuschauen bei einer Pleurapunktion und Pleuraerguss-”Entnahme”. Vielleicht darf ich den nächsten dann machen, wäre cool. Hauptsache was tun. Anschließend doch noch Entnahme von zwei Blutröhren aus zwei Ports – was super geklappt hat – dank der tollen Instruktion gestern durch meine Mit-PJ’lerin, mit der ich mich die erste Woche noch überschneide (was ich toll finde, weil sie mir dann alles zeigen konnte und ich nicht völlig hilflos und ins kalte Wasser geworfen da stehe – denn DANN wäre es das reinste Chaos bei der fehlenden Betreuung).
Danach hatte ich sogar Glück, dass ich bei der Chefarzt-Visite mitlaufen konnte und anschließend bei der normalen Stationsvisite. Wobei mir auch hier wieder das chaotische System aufgefallen ist: während der Visite ständige Ablenkung und Unterbrechung für die Ärztin durch Telefon, Schwestern, Patienten, … habe ich so extrem auf keiner chirurgischen Station erlebt (dort dauern die Visiten auch, v.a. weil viel effektiver durchgeführt) kürzer und man wird ungehalten, wenn ständig jemand dazwischen nervt.
Mittags dann noch Kurvenvisite. Im engen Arztzimmer mit Oberarzt sitzen und Kurven der Patienten bzw. Befunde im PC anschauen. Das nenn ich Medizin. Da steh ich doch lieber in der Zeit im OP und kämpfe nicht mit dem Einschlafen. Kurzzeitig sind mir sogar die Augen zugefallen, weil ich nach dem Mittagessen und vom frühen Aufstehen bzw. späten ins Bett gehen) so müde war. Und danach im Tumorboard gleiches Problem: dunkler Raum, schlechte und drückende Luft, Kopfweh und hundemüde.
Um 16 Uhr wieder kurzerhand Feierabend gemacht… mal sehen, was die kommenden Tage bringen werden. Die Oberärztin war sehr engagiert und meinte, als PJ’ler sollen wir eigene Patienten betreuen und die dann kommende Woche erhalten…. ich bin gespannt ob den Worten Taten folgen werden. Und überlege schon nach dem weiten Tag ob ich die dritte Woche auf Onko verkürze und Lernfrei bzw. Fehltage nehmen werde und daheim bleibe. Mal schauen.
to be continued



Klingt ziemlich frustriert…
Aber wer weiß, vielleicht wird es ja besser *Daumen drück*
ist auch ein wenig frustriert. Aber ich wusste ja, worauf ich mich da einlassen muss. Mal sehen, wie es weitergeht…. ist halt einfach nicht mein Fall dieses Fachgebiet. Leider.
Wirklich unglaublich, was sich so mancher Möchtegern-Arzt rausnimmt… nur Vorurteile und schlecht machen anderer Fächer. Du wirkst arrogant und solltest deinen Kollegen, die nicht Jahre ihres mit bewusstlosen Patienten verbringen möchten, mal mehr Respekt gegenüber bringen.
Jedem gefällt etwas anderes und wenn du glaubst dein Fach ist die einzig wahre Medizin, hast du vieles noch nicht verstanden.
danke für deinen Kommentar, ich glaube du hast mich ein wenig falsch verstanden (bist du neu im Blog?). Ich habe NICHTS gegen andere Fachrichtungen. Ich bin stark dafür, dass jeder das Fachgebiet machen soll, das er für sich als das Tollste entdeckt hat und dass ihn am meisten interessiert. Ich finde, interdisziplinäres Arbeiten ist wichtig und zum Wohl des Patienten unbedingt erforderlich.
Meiner Meinung nach sollte man aber bei der Ausbildung mehr Wert auf persönliche Präferenzen legen können. Wer Chirurgie (oder Innere) machen will, sollte verstärkt Schwerpunkte in diese Richtungen legen können. Klar, auch ein Chirurg sollte ungefähr wissen, was ein Internist macht und grundlegendes Wissen in diesen Fachrichtungen haben. Gleiches gilt natürlich anders rum.
Aber ich muss dir leider gestehen, dass in der Klinik solche “Vorurteile” gegenüber den anderen Professionen auch gehegt und gepflegt werden. Denn eigentlich sind diese eher scherzhaft (und treffen doch am Ende immer ein wenig zu).
Außerdem bemühe ich mich nach Kräften, bin neugierig, möchte (wie berichtet) eigene Patienten versorgen können, möchte lernen und bei Visiten Dinge sehen/erklärt bekommen – so ist es ja nicht, dass ich völlig ignorant dastünde. Nur ob diese Wissbegierigkeit auf fruchtbaren Boden fallen kann, das liegt nicht nur an mir.
Aber sehen wir mal weiter, wie es weitergehen wird
Naja, dann bin ich gespannt auf weitere Kommentare.
Tut mir leid, aber dein Artikel wirkt auf mich wirklich als würdest du dich fühlen wie der King, weil du entdeckt hast, was in der Medizin wirklich wichtig ist. Deshalb ignorant und arrogant.
Wie auch immer, viel Spaß noch…
wirklich wichtig ist das Wohl des Patienten und dessen Gesundheit, Genesung, Lebensqualität.
Egal, wer das behandelt und optimiert.
Kommst du aus dem medizinischen Bereich?
merkt man doch oder
Ich drücke dir die Daumen, dass du da – für dich – auch noch etwas mitnehmen kannst. Im positiven Sinne.
Na ja, Stega, auf mich wirkt der Bericht auch nicht so, als würdest du dich bemühen, mal die Internisten zu verstehen.
Und arrogant wirkt er auch, da stimme ich katja zu. Visiten werden auf chirurg. Stationen “viel effektiver” durchgeführt?? Falls du mit effektiver meinst, du stellst 2-3 ja/nein-Fragen und guckst auf die Wunde… dann ja, und ja, das ist kürzer. Ich weiß ja nicht, wie das in “deiner” Klinik so ist, aber bei uns war es so, dass eigentlich nur die Patienten kamen, die nicht unbedingt mehr heilbar waren (die “einfachen” Krebserkrankungen lagen bei den jeweiligen Fachabteilungen). Die kannst du nicht einfach so abwimmeln. Finde ich. Ob du als Chirurg zustimmst, weiß ich natürlich nicht.
Und auch als werdender Chirurg darfst du auf Onko ruhig mal “internistischere” Aufnahmen machen… ein bisschen mehr fragen, ein bisschen mehr zuhören, ein bisschen breiter untersuchen…
Andererseits: Dass du frustriert bist, kann ich gut verstehen. Klar, jeder liebt Erfolgserlebnisse und (werdende) Chirurgen brauchen diese auch mehr als andere Ärzte
– aber Onko bleibt Onko. Wenn dazu noch die Betreuung mangelhaft ist… na ja. Ich hab neulich auf einer Onko famuliert, aber ich hab mich auch aus freien Stücken dafür entschieden. Ich hatte nie Langeweile. Wenn ich keine eigenen Aufgaben hatte, bin ich entweder bei den Ärzten mitgelaufen (du solltest dich an die hängen, die eine gute “bed side manner” haben – von solchen kannst du in den Patientengesprächen echt viel lernen!) oder hab Patienten mit “Befunden” untersucht (Leber und Milz tasten ist nicht so banal, wie manche denken; Übung macht den Meister).
Und ganz ehrlich: Bei den Onko-Patienten (Langlieger, Wiederkehrer…) kannst du Krankenbeobachtung bis zum Umfallen lernen. Auch das ist nicht banal, finde ich. Zu sehen, wie sich Patienten verändern (unter Chemo, mit neuen [Hirn-] Metastasen, Krankheitsprogress, auch psychisch) ist schwer zu übersehen und sehr beeindruckend. Dem Patienten zuhören (und ausreden lassen) kannst du auch gut lernen.
Übrigens bin ich der Meinung, dass es nicht von “Glück” abhängen sollte, ob du die Visiten mitlaufen kannst. Du solltest dazu geholt werden! Ehrlich…
Was du in dem Kommentar gesagt hast, dass man Präferenzen setzen können sollte… das HAST du doch, durch die chirurg. Famulaturen. Okay, Onko ist echt nichts für Leute, die damit nichts anfangen können… zumindest nicht auf Dauer. Aber ansonsten finde ich, sollte man einen Einblick auch in völlig andere Fächer gewinnen können (viel mehr als Eindruck wirst du doch eh nicht kriegen in den paar Wochen da). Zumal Onko ja ECHT wichtig ist für JEDE Fachrichtung.
Übrigens: Als Chirurg wirst du doch auch Krebs operieren, oder nicht? Und ich wünsche dir sehr, dass du dann an einer Klinik arbeitest, die eine onkologische Abteilung hat… und den Patienten wünsche ich das auch… die sind nämlich bei Onkologen im allgemeinen besser aufgehoben als bei den Chirurgen (sorry).
Wie du unschwer erkennst, hat es mir bei den Onkos sehr gut gefallen… aber ich war ja auch woanders
Mach das Beste draus!
PS: Was das Nachfüllen angeht. Ich bin mir nicht zu schade, morgens kurz mal mein (Blutabnahme-) Tablett selbst aufzufüllen, auch wenn ich dafür zum Vorratsraum laufen muss. Dass die Pflege unterbesetzt ist, sollte dir doch auch schon aufgefallen sein… Außerdem, bei den Mengen von NaCl und Spritzen, die man für die Ports braucht, würdest du eh nochmal laufen müssen, auch wenn morgens alles aufgefüllt ist…
puh, was für ein langer Kommentar
ich hatte nicht gedacht, dass mein dahingekritzelter Eintrag eine solche Welle schlagen würde.
Zur Aufklärung: unter der “effektiveren” Visite bei den Chirurgen verstand ich, dass sie ihre Visite ohne ständige Unterbrechung durch Kleinigkeiten, Anrufe, Unterschriften hier, Signatur da, … machen können. Da wurde einfach um 7 Uhr die Visite gemacht und in der Zeit waren die Ärzte mehr oder weniger abgeschirmt von anderen Einflüssen, die ihre Aufmerksamkeit ablenken würden. Ich hab es gestern erlebt, dass mitten im Patientengespräch das Telefon klingelt, dann das Zimmer verlassen wird und erst 15min später gehts bei dem Patienten dann weiter. Ich finde, man sollte der Visite einen besonderen Status einräumen und möglichst in der Zeit dann auch auf den Patienten konzentriert bleiben/sein.
Ey, ich MACH internistische Aufnahmen
Ich hab ganzen Patienten incl. Neurostatus untersucht!
Aber das zügig und in einem Fluss (ohne nach jedem Teilgebiet Pause zu machen und alles aufzuschreiben). Ich hab sogar Leber und Milz getastet :p
Keine Angst, ich mach das schon gründlich und fleißig, so ists ja nicht, dass ich darauf absolut keine Lust hätte. Untersuchungen mag ich sehr! (egal wie ausgedehnt man sie macht).
Deine Meinung zu Visiten teile ich. Gerade da lernt man als Student am meisten, sei es Interaktion mit Patient oder eben auch über den weiteren Verlauf, Behandlungsschemata, Kleinigkeiten, wie man auf Patientenprobleme reagiert.
Halt, das Auffüllen der Tablets machen wir ja selbst. Das verlangt niemand
Nur: es gibt einfach kein Nachschub, der wird irgendwie nicht bestellt. Da sucht man dann den gesamten Vorrat ab und findet… nichts. Klaro kümmern wir uns selbst um unsere Tablets und füllen die selber nach (das gehört sich auch so). Nur den Vorrat bestellen nicht wir, sondern die Pflege.
Ja als Chirurg operiert man auch Krebserkrankungen (je nach Gebiet mehr oder weniger). Genau deswegen fand ich ja auch die Entscheidung zumindest 3 Wochen auf der Onko zu machen, nicht so schlecht. Mal sehen, wie es sich jetzt weiter entwickelt, ich versuche zumindest alles mitzunehmen, was geht und viele EInblicke zu gewinnen
Hahaha, weil du jetzt ein paar verschiedene chir. Visiten mitgemacht hast (nicht aufregen, bezogen auf ein paar Famulaturen, nicht insgesamt)
Das ist sicher krankenausabhängig, weshalb man das wohl kaum verallgemeinern kann…
ja ich weiß, war sehr lang. Bin grad so drauf!
Dein Bericht erinnert mich sehr an mein eigenes Innere-Tertial. Das habe ich auch als äußerst frustierend erlebt. Das Klima macht viel und kann von Klinik zu Klinik sehr variieren. Trotzdem meine ich, Du solltest den Internisten ne Chance geben und Dich einbringen. Aber ich bin sicher, das machst Du eh schon.
die für nicht Insider schon verachtend klingen. Kennt man die Hintergründe, weiß man aber, dass das der normale “freundliche” Umgangston ist.
Mit der Zeit entwickelt man in der Klinik eine Sprache und Humor, die für Außenstehende sehr abschreckend wirken können. Da gibt es viele Witze und Klischees (ja, das darf man nun so schreiben
Je länger man in der Klinik arbeitet, desto mehr perfektioniert man das Trennen der beiden Welten “Patient” und “Arbeitskollegen”. Nach aussen schön freundlich zu den Untergebenen auch mal direkt. Liebe Patienten seht es so: bei den Studenten erhaltet ihr noch den direktesten Eindruck, welche Stimmung im Haus herrscht.
An das Legen schwieriger Zugänge gewöhnt man sich meiner Erfahrung nach schnell. Danach wird man als Vampirexperte anerkannt und darf das im ganzen Haus ausleben.
Das Telefonhektikproblem kann ich voll nachvollziehen. Die Dinger kann man in der Regel alle auf lautlos oder Vibration stellen. Meiner Meinung nach sollte man sich während der Visite Zeit für die Patienten nehmen und sich den Luxus leisten, nicht erreichbar zu sein. Das geht. Man muss es nur wollen. Gerade Tumorpatienten brauchen viel Einfühlungsvermögen. Da hilft ein ruhiges Gespräch oft mehr als alle Medikamente.
Ich lese hier vor allem Stegas persönliche Erfahrungen heraus. Die persönliche Haltung kann man im klinischen Alltag als reflektierter Arzt hinten anstellen. Und ich habe das Gefühl, das kann er durchaus. Da das hier aber kein Presseblog der Klinik ist, darf er ruhig mal Frust ablassen. Nicht jeder Arzt geht mit der Einstellung, die Welt retten zu wollen, an den Start. Und wenn doch, dann wird ihm die im Laufe des Studiums gehörig ausgetrieben.
Mir jedenfalls.
Genau wegen solcher Arbeitsbedingungen hadere ich gerade sehr, ob eine Tätigkeit im Krankenhaus wirklich das ist, was ich will. Und es geht mir dabei um die Patienten. Ein gesunder Patient resultiert aus gesunden Ärzten. Das ist leider vielen Chefs noch nicht klar geworden.
Zum Schluss muss ich mal den Klugscheisser spielen: es heißt piksen. Ohne ck und ohne ie. Genauso wie man Paket ohne ck schreibt. Ich krieg beim Anblick dieser Wörter immer komplex fokale Anfälle
Zu Deiner Ehrenrettung, piksen steht auf der Liste rechtschreiblich schwieriger Wörter.
http://www.duden.de/rechtschreibung/piksen
Hihi, das hab ich mich nach meinem ewig langen Kommentar nicht mehr getraut zu schreiben… mit dem Rechtschreibfehler, meine ich… wobei… ich hätte schwören können, dass das pieksen geschrieben wird… nicht piksen… na ja, so wird man schlauer von Tag zu Tag