das erste Mal…. Pleura-Punktion
Nach 1,5 Wochen auf der Onkologie habe ich beschlossen mich zu emanzipieren und nicht nur für die Unmengen an Blutabnahmen zur Verfügung zu stehen, sondern auch ein wenig vom Alltag der Station und v.a. auch möglichst praktische Dinge mitzumachen. Klar, Chemotherapien oder Blutkonserven darf (und will) ich noch nicht anhängen. Aber Chefarztvisite bei Privatpatienten (immerhin haben wir derzeit 80% der 36 Patienten, die die Station umfasst, privat liegen und somit den Großteil zu visitieren) sollte jeden Tag, den ich noch dort bin (und das sind nicht mehr viele) drin sein. In der Zeit kann die Blutabnahme gerne warten oder der zuständige Arzt (immerhin zwei verbleibende) können sich um die weiteren Abnahmen kümmern, bis ich dann wieder weitermachen kann.
Außerdem nutze ich die Gelegenheit und versuche möglichst viele Patienten aufzunehmen. Das bringt Übung, festigt die Abläufe und Fragen speziell aus der Onko und der Chemotherapie und man hat den ersehnten Kontakt zu Patienten.
Und dann war da noch ein erstes Mal Pleura-Punktion. Selber machen. Versteht sich. Beinahe hätte ich sie verpasst (ja, wegen Blutabnahme), aber kaum war ich aus dem Patientenzimmer raus und die betreffende Ärztin nicht mehr zu sehen, da wusste ich, dass sie schon vorgegangen war und anfangen wollte. Denn das war eine eilige Sache, die in die Patho und Zyto musste.
Ich husche schnell hinterher ins Zimmer zu einem ausländischen Patienten, der kein deutsch spricht (aber aufgrund der so viel besseren Medizin bei uns hier behandelt werden will). Sie hat schon das Pleura-Punktat-Set geöffnet, sieht mich und lässt mich, nachdem ich zwei Punktionen gesehen habe, diese nun selber machen. Juhu, genau so lernt man es und so ist der Tag dann auch lehrreich! Zunächst also die lokale Betäubung gesetzt, danach steril angezogen und abgedeckt. Anschließend die Rippe getastet, schön sorgfältig, denn – wie oft hört man das in der Ausbildung? – man muss am Oberrand der Rippe stechen und niemals am Unterrand (weil dort die Gefäße und Nerven verlaufen). War aber beim Patienten nicht das große Problem das zu ertasten (ein Glück fürs erste Mal) und so durfte ich dann die überaus dicke und lange Nadel in seinem Brustkorb versenken und ihm mit einer großen Spritze und einem noch größeren 2l-Beutel eine sofortige Entlastung seiner Atemnot bescheren. Fast 1,5 Liter habe ich aus ihm herausgezogen, da muss man einige Male die 60ml-Spritze aufziehen und wieder ablassen. Aber er spürte sofort eine Atembesserung, wie er uns immer wieder signalisierte. Einen Pneumothorax habe ich wohl auch nicht gestochen und sonstige Nebenwirkungen, die auftreten könnten, gab es auch nicht.
Es darf gerne so weitergehen, mal sehen, was ich noch machen könnte. Viel fällt mir nicht ein, denn eigentlich wars das schon mit Highlights, die auf Station durchgeführt werden. Äußerst selten eine Knochenmarkpunktion, aber die haben die Assiärztinnen selbst nur selten gemacht, da werde ich wohl dann kein Glück haben und es machen dürfen. Aber zuschauen würde mir in diesem Falle auch reichen. Mal sehen, noch sind es ein paar Tage, die ich auf dieser Station bleibe.
to be continued
P.S.: Ein erstes Mal zudem: mit dem Fahrrad (kein Rennrad) in die Klinik gefahren. Erst wars kalt, dann wurde es schnell heiß und am Ende war ich schneller dort als ich mit der Bahn mit Umsteigen bräuchte. Und nach Hause mit Umweg übers FInanzamt und dann quer durch die Stadt, einige Kilometer (>20km), aber es war toll. Auch wenn ich mit meiner normalen Kleidung und dem dicken Rucksack total nassgeschwitzt daheim ankam. Immerhin etwas Sport gemacht, wenn es schon für Rennrad nicht reicht(e).
P.P.S.: Nach einem Münzwurf habe ich nun meine zwei gewünschten Dienste im Oktober bekommen. Wir hatten uns gleichzeitig zum gleichen Termin eingetragen; trafen uns dann beim Mittagessen und klärten die Sache per Münze. Und ich hatte mal Glück. Jetzt bekomm ich den Tag vorm Feiertag und einen Feiertagszuschlag ab 0 Uhr. Mal sehen, ob sich das lohnt. Nach dem Feiertag werde ich lernfrei nehmen, sodass ich dann genug Zeit habe auszuschlafen.
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