das erste Mal…. als Rescue-Team durch die Klinik

Das Notfalltelefon der Intensivstation klingelt. Alle zucken zusammen und lassen ihre gerade begonnene Arbeit stehen und liegen. Adrenalinkick. Das Telefon klingelt nur, wenn es wirklich irgendwo dringende Notfälle gibt, die eine Reanimation oder ähnliches durch das speziell geschulte Team benötigen.
Der Pfleger nimmt ab, hört die Ansage am Telefon, freezing aller anderen, um ihn herum, die darauf warten, nähere Instruktionen zu bekommen. Fehlalarm? Wohin? Was? Wer?
Er legt das Telefon ab, meint, die Klinikpforte habe angerufen, dass eine Dame auf der Treppe kollabiert sei. Jede Sekunde zählt jetzt. Wir schnappen uns den roten Rucksack, ich bekomme den Defi in die Hand gedrückt (der mehr kostet als ein Kleinwagen und das Nonplus-Ultra auf dem derzeitigen Defimarkt darstellt – ein Glück habe ich ihn nicht fallen gelassen) und los gehts!
Wir rennen zu dritt, Pfleger, Ärztin und ich über den Klinikflur, biegen um die Ecke, wetzen über die nächste Station. Pfleger machen uns den Weg frei, eine Putzfrau springt völlig überrascht zur Seite, Patienten gehen aus dem Weg – rennendes Personal bedeutet nie etwas Gutes! Im Geiste versuche ich mich zu erinnern, wie die professionelle erste Hilfe aussieht und wo ich wohl gleich helfen könne ohne groß im Weg zu stehen. Einen Zugang legen? Drücken bei der kardiopulmonalen Wiederbelebung? Den Defi anschließen?
Mir fällt der Spruch aus “House of God” ein: im Notfall erst einmal den eigenen Puls spüren und dann handeln. Ob das aktuell etwas bringt, wie wir so über die Station wetzen?
Im Treppenhaus zur Pforte angekommen: nichts. Niemand. Kein Unfall, keine kollabierte Person… welche Treppe meinte denn die Pforte?!
Also laufen wir im Eilschritt an die Pforte, fragen dort nach, wo denn die Frau liege und erfahren, dass das gar nicht IM Haus, sondern vor der Klinik auf den Stufen rauf zur Klinik passiert sei. Und dass bereits der Oberarzt aus der Ambulanz vor Ort sei und alles nicht so schlimm wäre…
Mit ein wenig verringertem Tempo erreichen wir die Treppen zur Klinik und sehen bereits an deren Ende den Arzt im weißen Kittel bei drei älteren Herrschaften stehen. Eine ältere Dame im Morgenmantel sitzt auf einem Mauervorsprung, niemand liegt am Boden, es fließt kein Blut…. wir können aufatmen.
Unsere Hilfe wird nicht wirklich benötigt, wir unterstützen den Oberarzt in seinen Bemühungen die Dame zur Rückkehr in die Notaufnahme zu bewegen, wo sie zu schnell entlassen worden war. Ohne Erfolg, sie wird sich in ein Auto setzen und von einem Begleiter nach Hause gefahren werden.
Für uns bleibt nur der geordnete Rückweg zurück auf die Intensivstation. Mit deutlich entspannteren Mienen und Erleichterung, die durch die Gefäße zirkuliert.
Glück für die Patientin und für uns.
to be continued
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