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07.10.2012 / stega

25h-Dienst

Seit gestern Morgen, 8.30 Uhr hatte ich meinen ersten 25h-Dienst in der Klinik. Ich hatte mich für einen Samstag eingetragen, weil ich sehen wollte, was am Wochenende so in der Klinik los ist und was man alles tun muss. Außerdem ist es eine Frage des Geldes, weil wir am Wochenende mit 25h-Dienst länger da sind und damit auch mehr dazu verdienen können. Und da am Mittwoch wegen “Tag der dt. Einheit” frei war, hatte ich ja einen Tag weniger früh aufstehen müssen und konnte mir das Wochenende vermiesen lassen :D

Zusammengefasst kann ich sagen, dass der Dienst erstaunlich ruhig und wenig stressig war – ich kam sogar wieder zu einigen Stunden Schlaf – mehr als gedacht: 23 – 6 Uhr durchgeschlafen. Hätte ich nicht erwartet, aber anscheinend habe ich bisher einfach Glück mit meinen Diensten (das letzte Mal konnte ich auch so lange schlafen).

Besondere Vorkommnisse gab es wenige: gleich zu Beginn gabs das “Problem”, dass ich nicht wusste, wie ich an den Schlüssel fürs Dienstzimmer und an das Diensttelefon komme. Wie sollte ich meine Vor-PJ-Dienstlerin sehen und ihr die Dinge abnehmen? Also entschied ich mich an der Pforte zu warten, wo die beiden Dinge abgegeben werden müssen. Und da saß ich nun und wartete…. und wartete… und wartete. Nach 30min dachte ich, ob sie vielleicht im OP sei und deswegen nicht an die Pforte kommen könne. Vielleicht will sie ja abgelöst werden und ich kann sie im OP ersetzen? Also ließ ich von der Pforte aus das Telefon anfunken  und siehe da, sie war nicht im OP, sondern wartete oben im Dienstzimmer auf mich – seit 35min. Wtf, scheiße. Da war ich vorher vorbeigelaufen und es war leer (weil sie Blut abnehmen war). Na toll. Hätte sie ja mal auch auf mein Handy anrufen können, immerhin hängt im Dienstzimmer sowohl die Handyliste als auch der Dienstplan und wenn sie merkt, dass ich nicht komme (weil ich an der Pforte sitze und dort auf sie warte) hätte sie sich ja melden können. Zwei Dumme und kein Gedanke, der das Problem lösen würde. Nöt :p

Der Tag verlief dann relativ unspektakulär, um 12 Uhr wartete ich viel zu früh dran 15min vor der Kantine, dass es endlich Essen gibt. Dabei hatte die Dame am Vortag noch gesagt, dass es BIS 12.15Uhr Essen gäbe, dabei war das AB 12.15Uhr. Tz, nächstes Mal frag ich lieber nicht mehr nach und geh einfach wie immer um 12.30Uhr hin :p

Auf meiner eigentlichen Station Gastro war ich nur kurz, als ich gerade meinem Assiarzt, der Visitendienst hatte, Hallo sagen wollte, da klingelte (natürlich) mein Diensttelefon und ich wurde abgerufen. ALso musste er die drei ausstehenden Blutabnahmen auch noch selbst machen bzw. ich wurde um 18 Uhr auf die Station gerufen und musste die Viggo legen und eine Blutkultur abnehmen. Ganz formell mit Sie angesprochen am Telefon, bis ich auf Station war und erkannt wurde :D Das kommt davon, wenn man nur Vornamen kennt und am Telefon mit Nachnamen meldet.

Fast wäre ich in den OP gekommen: die Pflege rief mich an, ob ich gerade “Stress” hätte – da hatte ich gerade 1,5h lang auf dem Bett liegend TV geschaut. Sie brauchen jemanden, der bei ner Spinalanästhesie hilft. Ich komme! prompt lief ich über die Frauenumkleide, weil ich vorher nie im OP da oben war – aber samstags ist das kein Problem, weil eh keiner da war. Und ich wundere mich noch, warum es nur Schuhe in kleinen Größen gibt :D Kein Wunder! In der Einleitung half ich dann die alte Dame, die in der Straßenbahn gestürzt war und sich den Oberschenkelhals gebrochen hatte, zu halten, damit die Spinale gelegt werden konnte. Danach schob ich den Tisch mit der Dame in den Saal und fragte motiviert, ob ich mit am Tisch gebraucht würde – immerhin war erst 16 Uhr und ich hätte gerne beim Nagel der Fraktur geholfen. Aber leider leider war der Assistenzarzt bereits gerufen worden und ich konnte wieder gehen. Soooo knapp davor – das ist wie Weihnachten ohne Geschenke auspacken zu dürfen. Schade!

Bei der internistischen Station half ich schon mittags außerhalb der eigentlichen Zeit, zu der ich auch für die Innere zuständig bin, Blut abzunehmen – und sogar Viggos zu legen. Bevor sie mich um 18 Uhr anrufen und zumüllen. Ein Glück wurde ich vor der vorletzten Viggo von einer chirurgischen Station gerufen, die zu dieser Zeit Vorrang hat (weil die Chirurgie mich schließlich bezahlt) und ich konnte die restlichen zwei Abnahmen und Viggos der diensthabenden Ärztin überlassen.

Trotzdem aber riefen sie mich abends noch 3 Mal für eine Viggo, u.a. zwei Mal bei der gleichen Patientin, die sich die bereits so schön liegende Viggo gezogen hatte, als sie aufstehen wollte. Das sah aus – Blutbad wie bei einem Schlachtfest. Und ich inzwischen ein wenig gereizter, dass ich schon wieder bei der Dame (das dritte Mal an dem Abend) eine Nadel reindröseln musste. Mit Nachdruck und viel Verbandsmaterial machte ich der Dame klar, dass ich nicht den ganzen Abend nur zu ihr kommen will und Nadeln versenke und sie ab sofort ein wenig aufpassen solle…. und siehe da: bis Ende der internistischen Abdeckung um 23 Uhr wurde ich nicht mehr belästigt.

Dafür musste ich noch Blut bei einer offenen Luntentuberkulose abnehmen. Ganz großes Kino: Dicker Umhang unter dem man schwitzt wie Sau, dazu zwei Paar Handschuhe übereinander (ein Glück war die Patientin jung und hatte gute Venen, denn sonst hätte man gar nichts tasten können). Und oben eine dicke Atemmaske, durch die man richtig Atemarbeit leisten muss. Puh, das schlaucht, aber ein Glück lag die Viggo schnell und mit viel Verband hinderte ich auch hier die etwas verwirrte Patientin, dass sie sich diesen Zugang wie den vorherigen einfach rausziehen konnte.

Die Nachtschwester auf der pulmologischen Station war recht nett und ein wenig später benötigte sie noch eine Viggo bei einem Patienten, ein Glück mit sehr guten Armvenen, sodass das schnell erledigt war und mit der Nachtschwester noch ein kleines Pläuschchen gehalten werden konnte. Sowieso glaube ich, dass v.a. die Schwestern am späteren Abend und in der Nacht die entspannteren sind, weil sie weniger Stress haben als die, die morgens das Waschen, Pflegen, Füttern etc übernehmen müssen. Die Atmosphäre abends ist viel entspannter und gelöster. Macht richtig Spaß!

Nach meinem Schönheitsschlaf standen dann noch Blutabnahmen am Sonntag Morgen auf allen chirurgischen Stationen an – großteils zum Glück nicht zu viele Abnahmen, teilweise aber echt ätzende – v.a. bei älteren Damen mit entweder dickem Arm und schlechten Venen oder alten Damen mit labberiger Haut und schlechten Venen.

Die Patientinnen war staunten nicht schlecht, als sie erfuhren, dass ich schon seit 24h im Dienst war – von wegen “Sie haben ja erst Ihren Dienst begonnen heute Morgen” – “nein, ich bin seit gestern Morgen im Dienst” – “oh”. Tja, so siehts aus, der Chirurg war auch heute Morgen noch unterwegs und rannte über die Gänge, nachdem er seit gestern Morgen vor Ort und im OP war. Ich hatte da nur Glück, dass ich nicht 24h auf Achse war und relativ entspannt die Zeit rumbrachte – aber für den Arzt ist das deutlich mehr zu tun und rumzurennen.

Was mich nervt ist, wenn Stationen Blut zum abnehmen haben, aber die Abnahmetabletts total chaotisch und nicht mit allen benötigten Dingen bestückt sind. Bei der eigenen Station nehme ich das als meine Aufgabe hin und fülle selber nach – man weiß ja auch, wo was liegt und kann sich bedienen. Es ist mir inzwischen aber bei einigen Stationen passiert, dass ich auf Station gerufen wurde, die Schwestern dann frühstücken wollen und ich alleine im Pflegestützpunkt stehe und alle Schränke durchwühlen muss, um meine Sachen zu finden, damit ich ihre Abnahmen machen kann. Da würde ich mich ein wenig Kooperation wünschen – es muss ja nicht alles vorbereitet sein, aber zumindest sollte die Schwester kein Gesicht wie 7-Tage-Regenwetter ziehen, wenn man als Ortsunkundiger kommt und frägt, wo man Nadeln oder ähnliches findet (und dann war der Vorrat leer – man konnte also gar nichts finden!). Auf einigen Stationen, v.a. auf den Privatstationen, ist das viel schöner – da sind die Pflegekräfte auch echt bemüht ja alles hinzurichten, sogar in doppelter Ausführung, damit es auf jeden Fall klappt mit dem Nadel legen oder Blut abnehmen. So geht das schnell und man kann weiterziehen….

Den nächsten Dienst habe ich Freitag in einer Woche, mal schauen, was da dann ansteht. Freitag Abend verspricht mehr Aktion. Und weniger Schlaf. Dafür aber Sonntag zum Ausschlafen.

ich werde berichten…

to be continued

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  1. politgirl / Okt 7 2012 16:17

    Schwestern muss man zwischen durch mit Kuchen beglücken odgl. dann klappt es auch mit dem Zubehör:-)) LG

    • stega / Okt 7 2012 16:20

      ich kann doch nicht der ganzen Klinik und allen Stationen Kuchen backen, nur weil ich im Dienst mal bei denen Blut abnehmen muss…. :D

      • politgirl / Okt 8 2012 20:53

        Kinderschokolade:-) geht auch immer gut.

        • stega / Okt 8 2012 21:04

          für jede Schwester, die nett zu mir ist und alles herrichtet, als Belohnung nach erfolgreicher Blutabnahme einen Riegel? :D

  2. Nadine / Okt 8 2012 19:37

    Gibt es dann noch einen Notfalldienst oder sind eure Wochenenddienste immer so locker (es ist immer alles relativ, bei meinen 24h-Diensten komme ich kaum zum Essen und verdiene überhaupt nichts…)?
    Lg
    Nadine

    • stega / Okt 8 2012 19:43

      ja, wir PJ’ler sind nur dazu da, Blutabnahmen, Blutkulturen und Zugänge (Viggos) auf den chirurgischen bzw. internistischen Stationen zu legen und bei Bedarf im OP Haken zu halten. Dazu gibt es noch die Notfallambulanz mit deren Ärzten und natürlich noch einen chirurgischen und internistischen Dienst, der im haus rumrennt und seine Visite etc macht – nur für anfallende Blutzapfereien sind wir erster Ansprechpartner. :)

      Es gab aber auch schon Kollegen, die die Dienstzeiten komplett wach waren und großteils im OP stehen mussten. Hängt halt bisschen davon ab, was so alles anfällt und ob man Glück oder Pech hat :)

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