Neuigkeiten aus Amerika
Wie einige treue Mitleser meines Blogs inzwischen bereits mitbekommen haben werden, plane ich mein drittes PJ-Tertial (Wahlfach Orthopädie) zu splitten und die eingeplanten 15 Wochen in der Schweiz auf 8 Wochen zu kürzen versuchen und dafür 8 Wochen in die USA zu fliegen um dort ein wenig das Arbeiten in der Klinik mitzuerleben. Unsere Uni hat einen Kooperationsvertrag mit einer Klinik in Denver, von dem niemand offiziell etwas mitbekommen hat. Ein Kumpel war bereits dort für eine Famulatur, meiner Ex habe ich die Kontaktadressen weitergegeben, sodass sie im Sommer auch dort war und begeistert zurück kam.
Ich kämpfe seit gut 6 Monaten um eine Platz, der für mich inzwischen reserviert ist. Probleme gibts zuhauf, das Dekanat der Fakultät hatte keine Ahnung, ob der Vetrag verlängert wird (dabei habe ich die Woche aus Denver erfahren, dass der Vertrag gar nicht verlängert werden muss, weil er automatisch weiterläuft), wie das mit Studiengebühren aussieht etc… also muss man alles selbst organisieren und erfragen. Gleichzeitig arbeiten dort zwei Damen, die eine relativ frisch, weil ihre Vorgängerin woanders hin gewechselt hat, die andere in Halbtagesstelle, sodass man ewig auf Antworten warten muss.
Eigentlich dreht sich alles nur um ein einziges Formular, das noch Probleme bereitet. Im bürokratischen Deutschland (von wegen “wir fördern die internationale Expertise unserer zukünftigen Ärzte”) benötigt man, sobald wir ein Tertial oder auch nur ein halbes, im Ausland machen, einen Stempel der dortigen Universität, dass wir den Rang eines Studenten inne hatten und gleich Rechte und Pflichten besaßen. Dafür müssen wir an der entsprechenden Uni teilweise Gebühren bezahlen, damit der Stempel und die Unterschrift auf das Papier kommen. Und hier beginnt das Problem, das ich mit Denver aktuell noch klären muss (und das sich seit 6 Monaten hinzieht):
Auf der Webseite der Uni stehen Informationen für internationale Studenten, die an der Medizinischen Uni dort studieren wollen. Pro 4 Wochen verlangt die Uni 4000 Dollar Studiengebühren. Meine Frage ist eigentlich recht einfach: bin ich durch den Kooperationsvertrag davon befreit und/oder muss ich auch bezahlen, wenn ich nur den Stempel brauche und sonst gar nicht an der Uni sein werde, sondern in der Klinik mitarbeite?
Tja, eine Antwort auf diese Frage steht nach wie vor aus – die erste Kontaktperson verwies an die Studienkoordinatorin (Halbtagesstelle), die sich dann über 8 Wochen nicht meldete. Nach mehreren Nachfragen bekam ich eine Antwort vor wenigen Wochen – in dieser Mail meinte sie, dass ich eine “Worker’s Compensation” bezahlen müsse. Das kostet, habe ich inzwischen erfragt, rund 65 Dollar und ist ungefähr so etwas wie eine Berufsgenossenschaftsabgabe. Auf die Frage nach den Studiengebühren bekam ich keine Antwort. Trotz mehrfachem Nachfragen.
Stattdessen kamen die letzte Woche mehrere Mails (an einem Abend ging das hin und her, da lief die Sache endlich mal), in denen der gesamte Prozess vorangetrieben wurde (ohne meine Frage zu beantworten). Wann ich komme, damit das Fellow House reserviert werden kann, in dem ich kostenlos wohnen werde. Welche Kleidergröße ich benötige, damit sie mir schon die Kleidung reservieren. Die Studienkoordinatorin benötigte einen Versicherungsnachweis für die Zeit dort, den ich bei meiner Versicherung, die ich extra fürs PJ abgeschlossen habe, erfragen musste. Dieser Nachweis kam Ende der letzten Woche erstaunlich schnell per mail, sodass ich ihn dann umgehend weiterleiten konnte (erst danach sei eine offizielle Anerkennung meiner Bewerbung möglich).
Gleichzeitig wurde ich mit meinem Formular an die andere Betreuerin verwiesen, die für die Unterschrift zuständig sei. Diese antwortete bisher nicht mehr, also hängt noch immer alles in der Luft – dabei sind anscheinend die Unterlagen schon alle dort zusammengestellt und bereit an mich geschickt zu werden. Das Studenten-Begrüßungspaket wird mir angeblich auch bald zugestellt….
Dabei muss ich doch erst wissen, ob ich Studiengebühren zahlen werde oder ob diese Unterschrift keine großen Probleme darstellen wird. Denn sollte das der Fall sein: Denver ich komme! Andernfalls muss ich mir das noch zwei Mal gut überlegen, denn 8000 Dollar und mehr für 8 Wochen sind ein großer Betrag, den ich wohl nicht bezahlen kann. Ich hoffe, dass sich die kommende Woche diese Frage klären wird und übe mich in Geduld.
Und euch halte ich auf dem Laufenden, sobald es weitergeht. Papierkram ist noch viel zu tun dann, man muss ärztliche Gutachten einreichen, Impfnachweise erstellen, Tuberkulose-Test machen, Visa beantragen und nach Frankfurt reisen, um diese abzuholen (wann soll ich das eigentlich machen, wenn ich in der Schweiz sitze? Also wäre es am Besten, ich kann das alles in den letzten beiden Novemberwochen machen, in denen ich lernfrei habe… aber das ist nicht mehr lange hin, also toitoitoi!
to be continued
LifeReport-History: vor einem Jahr: "Die Neuen sind da"




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